Ein kostenloser Vortrag in der Volkshochschule Ludwigshafen erinnert an den Pfarrer Wilhelm Caroli, der als entschiedener Gegner des Nationalsozialismus verfolgt wurde und im Konzentrationslager Dachau starb. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 30. September, im Vortragssaal der VHS statt.
Unter dem Titel „NS-Gegner und KZ-Opfer: Pfarrer Wilhelm Caroli“ spricht Thomas Fandel, Leiter des Bistumsarchivs Speyer. Beginn ist um 18 Uhr, das Ende ist für 19.30 Uhr vorgesehen. Der Eintritt ist frei.
Widerstand und Verfolgung
Caroli hatte vor hundert Jahren sein Amt als Pfarrer von St. Joseph in Rheingönheim angetreten. Bereits 1933 schlugen ihn SA-Männer vor dem Pfarrhaus nieder. Zwei Jahre später wurden Kirche und Pfarrhaus von einem Mob überfallen.
Nach einer Haftstrafe aus kirchenpolitischen Gründen musste Caroli die Pfalz verlassen. Ein Aufenthaltsverbot zwang ihn zum Umzug. 1941 verhaftete ihn die Gestapo im Bistum Trier wegen des sogenannten Kanzelmissbrauchs. 1942 wurde er in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert, wo er starb. Nach Angaben im Veranstaltungstext kamen dort mehr als tausend weitere Geistliche ums Leben.
Vortrag als Teil einer Gedenkreihe
Der Vortrag soll Carolis Biografie nachzeichnen und der Frage nachgehen, welche Überzeugungen ihn zum offenen Widerstand gegen das NS-Regime bewegten. Fandel leitet das Bistumsarchiv Speyer und promovierte zum Verhältnis von Konfession und Nationalsozialismus.
Die Veranstaltung gehört zu einer Reihe der Pfarrei Hl. Katharina von Siena, die bis Dezember an Caroli erinnert. In St. Joseph ist für Sonntag, 4. Oktober, um 17 Uhr ein Orgelkonzert mit Bezirkskantor Georg Treuheit angekündigt. Ein musikalischer Gedenkabend des Posaunenchors Rheingönheim folgt am Volkstrauertag, 15. November, um 17 Uhr.