Mehr als 400 Verkehrsverstöße in sechs Tagen: Die Polizei Schifferstadt zieht nach einer Kontrollaktion eine ernüchternde Bilanz. Besonders schwer wog ein Fall in Ludwigshafen: Ein Autofahrer wurde mit 129 km/h in einer auf 50 km/h begrenzten Zone gemessen. Bei den Kontrollen mussten die Beamten zahlreiche Führerscheine sicherstellen.

Die Kontrollen fanden an mehreren Stellen im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Schifferstadt statt. Dazu gehören neben Schifferstadt auch die Verbandsgemeinden Dannstadt-Schauernheim und Rheinauen sowie die Gemeinden Mutterstadt, Böhl-Iggelheim und Limburgerhof. Die Polizei kündigte an, auch künftig Kontrollen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit durchzuführen.

132 Geschwindigkeitsverstöße außerhalb geschlossener Ortschaften

Am häufigsten waren Autofahrer zu schnell unterwegs. An fünf eingerichteten Kontrollstellen außerhalb geschlossener Ortschaften registrierte die Polizei insgesamt 132 Geschwindigkeitsverstöße. Der höchste gemessene Wert lag bei 112 km/h, obwohl dort nur 70 km/h erlaubt waren. Dafür wurden ein Bußgeld von 200 Euro und ein Punkt in Flensburg verhängt.

Auch auf der Schnellstraße am BASF-Tor 12 in Ludwigshafen fällt die bisherige Bilanz deutlich aus. Seit Februar wurden dort rund 6.200 Autofahrer geblitzt. Mehr als 500 von ihnen waren nach Angaben der Polizei deutlich zu schnell unterwegs.

Alkohol, Drogen und fehlende Ausrüstung

Neben den Geschwindigkeitsverstößen stellte die Polizei weitere erhebliche Regelverstöße fest. 62 Menschen waren nicht angeschnallt, 29 nutzten während der Fahrt ein Smartphone. In fast 100 Fällen fanden die Beamten Mängel an den Fahrzeugen oder fehlende Ausrüstungsgegenstände. Genannt werden Warnwesten, ein Warndreieck und ein Verbandskasten.

Gegen drei Fahrzeugführer wurden Ermittlungsverfahren wegen Alkohol- oder Drogenkonsums eingeleitet. Eine Autofahrerin war am Samstagabend mit 1,85 Promille unterwegs. Den Angaben der Polizei zufolge war der Alkoholgeruch bereits aus einiger Entfernung wahrnehmbar. Ihren Führerschein musste die Frau zunächst abgeben.

Bei einem weiteren Fahrer reagierte ein Drogentest positiv. Die anschließende Kontrolle ergab außerdem, dass der Mann keinen Führerschein besaß und zwei Haftbefehle gegen ihn vorlagen. Einer Festnahme entging er, weil er die den Haftbefehlen zugrunde liegenden Strafen in Höhe von 3.732 Euro bezahlte.

Weitere Kontrollen angekündigt

Auf einer Landesstraße in Richtung B9 galt wegen Straßenschäden fünf Monate lang Tempo 50 statt der erlaubten 100 km/h. Dort wurden 9.299 Fahrer geblitzt; 632 von ihnen droht ein Fahrverbot. Warum bei der jüngsten Kontrollaktion doppelt so viele Verstöße festgestellt wurden wie bei der vorherigen Kontrolle im März, konnte die Polizei nicht erklären. Sie will die Kontrollen dennoch fortsetzen.