Das Theater im Pfalzbau startet in Ludwigshafen mit einer ungewöhnlichen Bühnenkonstellation in die neue Spielzeit: Die Bürgerbühne zeigt Jewgeni Schwarz’ Drama Der Drache in der Melanchthonkirche.

Im Mittelpunkt steht eine Stadt, die von einer riesigen Gestalt beherrscht wird. Die Bürger lassen diese Herrschaft zu – ein Konflikt, den die Inszenierung in den Mittelpunkt rückt. Der Schauplatz ist dabei keine konkret benannte Stadt, sondern eine kleine Stadt, die laut Programmheft „überall sein könnte“.

Kirchenraum wird zur Theaterkulisse

Für die Aufführung nehmen die Besucher mit dem Rücken zum Altar Platz und wenden sich dem weltlichen Theater zu. Die Handlung spielt damit in einem Raum, der normalerweise von Gottesdiensten geprägt ist.

Die 13 Schauspieler agieren auf einem Podest nahe dem Eingang der Kirche. Eine weitere mitwirkende Person bedient auf der Empore die Orgel. Die große Raumhöhe und das Gewölbe der Melanchthonkirche verleihen der Aufführung laut der Beschreibung den Eindruck eines dunklen Palasts.

Bürgerbühne mit besonderer Besetzung

Auf der Bühne steht die Bürgerbühne des Theaters im Pfalzbau. Ihre Inszenierung verbindet damit ein politisches Drama über Duldung und Macht mit einer bewusst ungewöhnlichen Umgebung. Die Kirche wird nicht nur zum Aufführungsort, sondern prägt die Atmosphäre des Stücks entscheidend mit.

Das Drama stammt vom russischen Autor Jewgeni Schwarz. Regie bei der Ludwigshafener Inszenierung führt Tilman Gersch. Mit Der Drache setzt das Theater im Pfalzbau damit auf einen Spielzeitauftakt, bei dem Architektur, Musik und Schauspiel eng zusammenwirken.