Das Polizeipräsidium Rheinpfalz mit Sitz in Ludwigshafen schlägt wegen einer anhaltenden Welle von Telefonbetrug Alarm. Gemeinsam mit Banken der Region will die Polizei insbesondere ältere Menschen und ihre Angehörigen für Enkeltrick, falsche Polizeibeamte und gefälschte Bank-SMS sensibilisieren. Nach Angaben der Polizei erreichen Fälle dieser Art die Dienststellen in der Pfalz fast täglich.

Die Täter geben sich am Telefon entweder als Verwandte in einer finanziellen Notlage oder als Polizeibeamte aus. Ihr Ziel ist es, vor allem ältere Menschen zur Herausgabe oder Abhebung größerer Geldbeträge zu bewegen. Die Polizei beschreibt das Problem in einer Mitteilung als groß.

Polizei und Banken arbeiten bei der Prävention zusammen

Ein konkreter Informationstermin findet am Montag in der Sparkassenfiliale Vorderpfalz in Bobenheim-Roxheim im Rhein-Pfalz-Kreis statt. Dort informiert die Polizei mit Infoständen über die verschiedenen Betrugsmaschen. Auch Banken sind beteiligt und berichten aus den Erfahrungen ihrer Kundinnen und Kunden mit Telefonbetrug.

Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Angehörige älterer Menschen. Sie können sich gemeinsam mit ihnen darüber informieren, wie die Täter am Telefon auftreten und welche Situationen bei Bankgeschäften besondere Aufmerksamkeit erfordern. Für Ludwigshafen und die umliegende Vorderpfalz ist die Zusammenarbeit deshalb relevant, weil das Polizeipräsidium Rheinpfalz die Präventionsarbeit regional bündelt.

Bankmitarbeitende als letzte Schutzbarriere

Die Polizei bietet zusätzlich Online-Seminare für Beschäftigte von Banken an. Das Interesse an diesen Fortbildungen sei groß. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten bereits beruflich Kontakt zu Opfern von Enkeltrick-Betrügern gehabt.

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Moment, in dem Betroffene ungewöhnlich hohe Summen von ihrem Konto abheben wollen. Nach Einschätzung der Polizei ist die Bank oftmals die letzte Schutzbarriere, bevor das Geld in die Hände der Täter gelangt. Aufmerksame Nachfragen und die Erfahrung des Personals können in dieser Situation dazu beitragen, einen Betrug zu erkennen.

Die Präventionskampagne reagiert auf mehrere Varianten, die derzeit nebeneinander auftreten: den klassischen Enkeltrick, Anrufe angeblicher Polizeibeamter und gefälschte Nachrichten von Banken. Die Polizei will mit den Informationen erreichen, dass Betroffene und ihr Umfeld die Maschen früher erkennen und verdächtige Vorgänge nicht einfach als dringenden Notfall behandeln.

Der SWR-Bericht wurde am 31. August 2026 um 6:40 Uhr veröffentlicht. Er verweist außerdem auf weitere Fälle aus der Region, darunter einen gescheiterten Betrugsversuch in Tawern, bei dem drei mutmaßliche Täter festgenommen wurden. In dem Fall sollen sie sich als Polizisten ausgegeben und versucht haben, eine Frau um ihr Geld zu bringen.