Die anstehende Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk sorgt in Ludwigshafen für eine harte Auseinandersetzung: Die IG BAU fordert zwei Euro mehr Lohn pro Stunde. Arbeitgebervertreter Jochen Heck hält diese Forderung für wirtschaftlich kaum verkraftbar und warnt vor Folgen für die Unternehmen.
In Ludwigshafen arbeiten 3.680 Beschäftigte in 89 Unternehmen der Gebäudereiniger-Branche. Die Gewerkschaft begründet ihre Forderung laut dem Bericht damit, dass die Preise wieder anziehen. In der beschäftigungsstärksten Lohngruppe 1 würde der Stundenlohn von derzeit 15 auf 17 Euro steigen. Das entspräche nach Angaben des Dienstleistungszentrums Handwerk für Ludwigshafen einer Erhöhung von mehr als 13 Prozent innerhalb eines Jahres.
Arbeitgeber verweisen auf hohe Kosten
Heck, Hauptgeschäftsführer im Dienstleistungszentrum Handwerk, betont die Bedeutung der Beschäftigten für den Alltag in der Stadt: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten jeden Tag unverzichtbare Arbeit. Sie sorgen für Sauberkeit, Hygiene und Werterhalt in Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern, Betrieben, Verwaltungen und vielen weiteren Einrichtungen. Diese Leistung verdient Anerkennung – und selbstverständlich gehört dazu auch eine angemessene Bezahlung“.
Gleichzeitig seien Gebäudereinigungsunternehmen besonders personalintensiv. Steigende Tariflöhne würden deshalb unmittelbar die Betriebskosten erhöhen. Nach Darstellung der Arbeitgeber reduzierten Kunden aus Industrie, Büro und Verwaltung bereits Leistungen. Zudem stünden Ausschreibungen unter erheblichem Preisdruck.
Tarifabschluss als nächster Schritt
Als weitere Belastungen nennt Heck die angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland, die schwierige Stimmung in der Branche sowie steigende Lohnnebenkosten. Er fordert einen Tarifabschluss, der die Interessen der Beschäftigten mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Betriebe zusammenbringt. Eine Entscheidung über den Ausgang der Tarifrunde wird im vorliegenden Bericht nicht genannt.