Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz eröffnet ihre Saison 2026/27 mit einem musikalischen Blick auf den Aufbruch: Vom 6. bis 20. September 2026 lädt das Orchester unter dem Titel „Neue Wege“ zu sechs Konzerten und einer öffentlichen Probe ein. Die Veranstaltungen finden im Pfalzbau und in der Philharmonie Ludwigshafen sowie zum Abschluss im Von-Busch-Hof in Freinsheim statt.

Chefdirigent Michael Francis führt durch ein Programm, das musikalische Innovationen und die Erweiterung klanglicher Grenzen in den Mittelpunkt stellt. Der rote Faden ist das Jahr 1908. Damals entwickelten zahlreiche Komponisten die spätromantische Tonsprache weiter und bereiteten den Weg in die musikalische Moderne.

„Das Jahr 1908 fasziniert uns, weil sich in diesem Jahr endgültig die musikalischen Stile trennen. Romantische, impressionistische, experimentelle und atonale Komponierweisen stehen plötzlich nebeneinander – und ermöglichen es uns, mit dem Fokus auf ein einziges Jahr ein Programm zu entwickeln, das vielfältiger und unterhaltsamer nicht sein könnte“

Das sagt Intendant Dr. Michael Gassmann zum Konzept des Saisonauftakts.

Märchenhafte Eröffnung im Pfalzbau

Den Auftakt bildet am Sonntag, 6. September, ein Konzert mit Werken von Carl Nielsen, Edward Elgar und Maurice Ravel. Die Familienvorstellung beginnt um 11 Uhr im Ludwigshafener Pfalzbau, das Abendkonzert folgt dort um 19.30 Uhr.

Carl Nielsens „Saga-drøm“ – auf Deutsch „Sagentraum“ – führt in eine Klangwelt zwischen nordischer Mythologie und Traumvision. Edward Elgars Suite „The Wand of Youth“ Nr. 2 basiert auf Kindheitsskizzen und erzählt mit farbenreicher Orchestrierung von Feen, Bären und verwunschenen Abenteuern. Maurice Ravels „Ma mère l’oye“ bringt Märchenfiguren wie Dornröschen, die Schöne und das Biest sowie den kleinen Däumling zum Klingen.

Für die Aufführung verwandelt der Videokünstler Jaime Ramirez den Konzertsaal in eine Traumwelt. Moderator Malte Arkona erzählt die Geschichten hinter der Musik: In der Familienvorstellung richtet er sich an junge Zuhörerinnen und Zuhörer, am Abend an Erwachsene. Im Anschluss an das Abendkonzert ist ein Umtrunk geplant.

Freier Eintritt, Probenabend und Mahler

Am Montag, 7. September, steht in der Philharmonie Ludwigshafen das Format „Musik für alle“ auf dem Programm. Pianist Kai Adomeit widmet sich ab 19 Uhr der musikalischen Farbenwelt des Jahres 1908. Zu hören sind unter anderem Werke von Erik Satie, Ferruccio Busoni, Alban Berg und Carl Nielsen. Der Eintritt ist frei.

Das zweite Konzert folgt am Freitag, 11. September, um 19.30 Uhr im Pfalzbau. Gemeinsam mit dem Pianisten Joseph Moog spielt die Staatsphilharmonie Charles Ives’ „The Unanswered Question“, Igor Strawinskys „Petruschka“, Sergej Prokofjews erstes Klavierkonzert und Alexander Skrjabins „Le poème de l’extase“. Das Programm reicht damit von einem frühen Klangexperiment über die rhythmisch energiegeladene Geschichte der Jahrmarktsfigur Petruschka bis zu großen Orchesterwerken der Moderne.

Im Mittelpunkt des dritten Konzerts am Freitag, 18. September, steht Gustav Mahlers Siebte Sinfonie. Der Abend beginnt um 19.30 Uhr im Pfalzbau mit dem Vorspiel zu Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“. Mahlers Sinfonie führt durch geheimnisvolle Nachtmusiken, groteske Scherzo-Passagen und ein triumphales Finale in strahlendem D-Dur.

Bereits am Donnerstag, 17. September, können Interessierte bei „Inside Mahler VII“ ab 19 Uhr einen exklusiven Probenabend in der Philharmonie Ludwigshafen erleben. Chefdirigent Michael Francis und Intendant Dr. Michael Gassmann geben Einblicke in das Werk. Kartenkäuferinnen und Kartenkäufer des Konzerts am 18. September sowie Mitglieder des Freundeskreises erleben eine öffentliche Probe mit Musik und Moderation und können bei Wein und Brezeln mit den Musikern ins Gespräch kommen.

Für den Probenabend ist eine Anmeldung beim Besucherservice erforderlich. Als Kontakt nennt die Staatsphilharmonie Claudius Rohé unter [email protected].

Finale im Von-Busch-Hof in Freinsheim

Der Saisonauftakt endet am Sonntag, 20. September, um 17.30 Uhr im Von-Busch-Hof in Freinsheim. Vor rund 300 Gästen treffen Arnold Schönbergs 2. Streichquartett und Gustav Mahlers „Das Lied von der Erde“ aufeinander.

Schönbergs Quartett steht mit dem Schlusswort „Ich fühle Luft von anderem Planeten“ für den Übergang zur musikalischen Moderne und löst sich von der traditionellen Tonalität. Mahlers Werk verbindet Sinfonie und Liedzyklus und kreist um Vergänglichkeit, Natur und Abschied.

Mit dabei sind die Streicher des Chiarina-Quartetts sowie die Sopranistin Theano Papadaki, die Mezzosopranistin Nancy Holt und der Tenor Archie Inns. Die drei Sängerinnen und Sänger werden als Nachwuchskünstlerinnen und -künstler des Oxford International Song Festival vorgestellt.

Tickets für alle Veranstaltungen sind nach Angaben der Staatsphilharmonie über www.staatsphilharmonie.de erhältlich.