Am Pfalzbau in Ludwigshafen entsteht derzeit eine ungewöhnliche Tanzpremiere: Das Choreografen-Paar Sarah Baltzinger und Isaiah Wilson arbeitet an der Uraufführung „See You Sunday“. Die Produktion ist für die Festspiele vorgesehen und wird von der GöteborgsOperans Danskompani auf die Bühne gebracht.

Im Zentrum stehen Doppelgänger und die Frage, wie vertraut und zugleich unheimlich ein Familienalltag wirken kann. Baltzinger und Wilson nehmen dabei ein Familienleben in den 1990er-Jahren unter die Lupe. Ihre Inszenierung setzt weniger auf eine geradlinige Handlung als auf starke Bilder, die am Rand des Unheimlichen angesiedelt sind.

Ein Kühlschrank als Teil der Choreografie

Auch Alltagsgegenstände werden zu Bühnenpartnern. Ein Kühlschrank spielt eine Rolle, während eine Frau darin nach Lebensmitteln sucht, an einem Apfel riecht und ihn hinter sich wirft. Anschließend stopft sie sich eine Karotte in den Mund und greift nach einer Milchflasche.

Aus dieser Szene entwickelt sich ein eigentümliches Zusammenspiel mit weiteren Frauen. Zwischen den Darstellerinnen entsteht ein „gemüsiges Trio“ mit halb verschlungenen Gurken zwischen den Lippen. Die Milchflasche fällt der Frau schließlich aus der Hand; die andere fängt sie nicht auf.

Premiere bei den Festspielen

Die Proben am Pfalzbau kreisen damit um eine Choreografie, in der Vertrautes kippt und alltägliche Abläufe eine verstörende Wirkung bekommen. Die Premiere von „See You Sunday“ ist als Auftakt der Festspiele am Pfalzbau angekündigt.