Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde Ludwigshafen hat sich bei der diesjährigen Herbst-Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest vorgestellt. Die Tagung fand am 22. und 23. Oktober 2026 statt. Ebenfalls präsentierte sich die serbisch-orthodoxe Gemeinde Mannheim/Speyer.

Beide Gemeinden engagieren sich nach Angaben des Berichts bereits vor Ort in der Ökumene und im interreligiösen Dialog. Neben der Vorstellung der orthodoxen Gemeinden beschäftigten sich die Delegierten mit dem Strukturwandel der Kirchen und den Folgen für die ökumenische Arbeit.

Kirchen stehen vor strukturellen Veränderungen

Als Referentinnen waren Fr. Dr. Verena Hammes, Geschäftsführerin der ACK in Deutschland, und Oberkirchenrätin Dr. Wibke Janssen von der Evangelischen Kirche im Rheinland eingeladen. Hammes beschrieb einen Strukturwandel, der auch die Ökumene erreicht habe. Von knappen Mitteln seien sowohl kleine als auch große Kirchen betroffen. Das wirke sich letztlich auch auf die Mittel der Ökumenischen Centrale in Frankfurt aus.

Zugleich, so Hammes, bleibe die Arbeit der ACK auf kirchlichen Ebenen teilweise unsichtbar. Als besonders tragfähig wurden persönliche Beziehungen und das lebendige Zeugnis kirchlicher Vielfalt hervorgehoben.

Janssen, die im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland die Abteilung Theologie und Ökumene leitet, verwies auf Traditionsbrüche in Gesellschaft und Kirche. Das bloße Zusammenlegen von Strukturen reiche ihrer Darstellung zufolge nicht aus. Vor Ort könnten dadurch Spannungsfelder entstehen. So liege einer evangelischen Gemeinde die Zusammenarbeit mitunter nicht mit der evangelischen Nachbargemeinde näher, sondern mit der katholischen Gemeinde am selben Ort.

Unterschiedliche Wege zur Taufe im Blick

Lebhaft diskutierten die Delegierten neue kirchliche Formate wie „Pop-up-Taufen“ und „Tauffeste“. Dabei ging es auch um die Folgen für bestehende ökumenische Vereinbarungen. Die Kirchen gestalten den Weg zur Taufe unterschiedlich und müssten deshalb aufeinander zugehen.

Bei einem Kamingespräch am Abend sprach außerdem Stefan Weinert, Beauftragter für den privatrechtlichen Rundfunk im Bistum Trier, über die Wahrnehmung der katholischen Kirche in den Medien. Nach seiner Einschätzung stoßen vor allem bestimmte Ereignisse auf Interesse. Zugleich fehle in Redaktionen häufig Grundwissen über Kirche und Religion, weil viele Journalistinnen und Journalisten keine Theologen seien. Positiv bewertete Weinert die Teilnahme von Journalisten an der Katholischen Journalistenschule ifp, an der Sensibilität für kirchliche Themen vermittelt werde.

Gottesdienste in Ludwigshafen und Speyer

Für die rumänisch-orthodoxe Gemeinde Ludwigshafen sprach Pfarrer Dr. Constantin Prihoanca. Die Gemeinde wurde am 27. Juni 2020 errichtet und feiert ihre Gottesdienste seither in der katholischen Heilig-Geist-Kirche. Zu ihren Patronen gehört der Heilige Pirmin, der als Gründer des Klosters Hornbach gilt. Im November 2022 erhielt die Gemeinde eine Reliquie des Heiligen. Vermittelt wurde sie durch den heute emeritierten Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Die serbisch-orthodoxe Gemeinde wurde durch Diakon Justin Emrekovic vorgestellt. Serbisch-orthodoxe Christen feiern bereits seit den 1980er Jahren Gottesdienst in St. Bernhard in Speyer. Das Zentrum der Pfarrei befindet sich heute in Mannheim-Käfertal. Die Gemeinde gehört zur Eparchie von Düsseldorf und Deutschland.

In den ACKs in Bayern und Baden-Württemberg sind beide Kirchen bereits Mitglied.