Der Rheinpegel am für Ludwigshafen und die Region entscheidenden Messort Kaub ist auf 14 Zentimeter gefallen. Einen niedrigeren Stand hat es dort in diesem Jahr und seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie gegeben. Der historische Niedrigwasserstand schränkt den Gütertransport auf dem Rhein weiter ein.

Besonders betroffen sind Containerbinnenschiffe. Sie haben bereits unbeladen einen Tiefgang von etwa 90 bis 130 Zentimetern. Sinkt der Wasserstand, können die Schiffe deshalb deutlich weniger Fracht aufnehmen. Aktuell fahren vor allem sogenannte Niedrigwasser-Schiffe Güter über den Rhein.

Weniger Ladung, mehr Schiffe

Wie stark die Folgen ausfallen, erklärte eine Sprecherin des Logistik-Dienstleisters Contargo dem SWR: „Die Auswirkungen steigen mit sinkenden Pegeln überproportional“. Bei einem Pegel von 75 Zentimetern seien demnach bereits vier Schiffe nötig, um dieselbe Transportmenge zu bewegen, für die bei höheren Wasserständen ein Schiff ausreiche. Bei 55 Zentimetern würden mindestens sechs Schiffe benötigt.

Contargo lässt nach eigenen Angaben derzeit zwei Niedrigwasser-Schiffe über den Rhein fahren. Der übrige Güterverkehr wird laut dem Unternehmen über die Bahn und per Lastwagen abgewickelt. Für Ludwigshafen und die umliegende Logistik bedeutet das eine Verlagerung auf andere Verkehrsträger, während die Kapazität der Binnenschifffahrt sinkt.

Transportkosten steigen

Bei niedrigen Pegelständen müssen Kunden laut Contargo einen sogenannten Kleinwasserzuschlag für den Güterverkehr zahlen. Der Grund: Um die gleiche Warenmenge zu transportieren, sind mehr Schiffe oder alternative Transportwege erforderlich. Die Trockenheit treibt damit die Transportkosten in die Höhe.

In Koblenz berieten am Donnerstag Fachleute und Anrainer des Rheins über die Konsequenzen des Niedrigwassers. Wann der Pegel wieder steigt, ist derzeit nicht absehbar. Die Wettermodelle deuten laut SWR auf einen weiterhin trockenen Herbst hin.