Im Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen stehen Dornröschen und ihr sie wachküssender Prinz im Mittelpunkt – dargestellt von Tobias Lutze und Josephine Thiesen. Die beiden Darsteller verwandeln sich vor den Augen des Publikums in die Figuren aus dem Märchen.

Inszeniert wird Elfriede Jelineks „Prinzessinnendramen“ von Tilman Gersch. Die Aufführung steht dabei im zeitlichen Zusammenhang mit Jelineks 80. Geburtstag, der laut der vorliegenden Ankündigung zehn Tage zuvor gewesen ist.

Sechs Frauen im Zentrum

Jelinek beschränkt sich in dem Stück nicht auf eine einzige Märchenfigur. Sie nimmt sich sechs Frauengestalten aus unterschiedlichen Bereichen vor. Dazu gehören Schneewittchen und Dornröschen ebenso wie Rosamunde, die Hauptfigur des Dramas der Dichterin Helmina von Chézy.

Ergänzt wird diese Reihe durch Jacqueline Kennedy-Onassis sowie die Schriftstellerinnen Ingeborg Bachmann und Sylvia Plath. Damit verbindet das Stück Märchen und Mythos mit Personen und Figuren aus der Zeit- und Literaturgeschichte.

Mehr als eine Anklage

Die Inszenierung wird in der Vorlage ausdrücklich nicht nur als feministische Anklage eingeordnet. „Prinzessinnendramen“ stellt vielmehr sechs sehr unterschiedliche weibliche Gestalten nebeneinander und führt sie in einer Bühnenfassung zusammen.

Für das Publikum im Theater im Pfalzbau ergibt sich daraus ein Abend, der bekannte Märchenmotive mit literarischen und historischen Frauenfiguren verbindet. Die Ludwigshafener Aufführung bringt dabei Jelineks Auseinandersetzung mit diesen Figuren unter der Regie von Tilman Gersch auf die Bühne.