Eine Hochzeit ohne monatelange Vorbereitung, großen organisatorischen Aufwand und festes Drehbuch: Das ist die Idee hinter dem Pop-up-Trau-Fest der Protestantischen Kirche in Ludwigshafen. Am Samstag, 19. September, können sich Paare zwischen 11 und 17 Uhr in der Protestantischen Melanchthonkirche, Maxstraße 38, in Ludwigshafen-Mitte segnen lassen. Eine Anmeldung ist weiterhin möglich, aber auch spontane Entscheidungen sind willkommen.

Das Angebot richtet sich an Paare, die ihre kirchliche Trauung nachholen möchten, frisch Verliebte, die sich segnen lassen wollen, und langjährig Verheiratete, die ihr Trau-Versprechen erneuern möchten. Vor dem Gang durch den Luftballon-Bogen zum Altar führt jedes Paar ein kurzes Gespräch mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer, die oder der anschließend den Segen spendet.

Kirchlicher Segen unabhängig von Trauschein und Konfession

Für den Trau-Segen müssen die Paare nicht standesamtlich verheiratet sein. Auch die Mitgliedschaft in der Protestantischen Kirche ist keine Voraussetzung. Gleichgeschlechtliche Paare sind ausdrücklich willkommen. „Nur die Liebe zählt“, betont Pfarrerin Susanne Schramm, die den Trau-Segen am 19. September gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen spenden wird.

Wenn mindestens eine Person in der Protestantischen Kirche Mitglied ist und beide Partner bereits standesamtlich verheiratet sind, kann die Segnung als kirchliche Trauung gelten. Das trifft auf Anna und Thorsten Hambrecht zu. Das Paar will am 19. September in der Melanchthonkirche Ja zueinander sagen – nachdem die ursprünglichen Hochzeitspläne mehrfach gescheitert waren.

Auch bei der musikalischen Gestaltung haben die Paare freie Hand. Vor Ort steht eine Playlist mit Vorschlägen bereit. Die Musik kann über einen Lautsprecher oder live auf dem E-Piano erklingen. Eigene Musik darf ebenfalls mitgebracht werden. Anna und Thorsten Hambrecht haben sich für „Durch jeden Sturm“ von Santiano entschieden – das Lied lief bereits bei ihrer standesamtlichen Hochzeit.

Hochzeitspläne durch Feuer in Pullman City zerstört

Für das Paar aus Ludwigshafen war das Pop-up-Fest nicht von Anfang an der Plan. Eigentlich wollten Anna und Thorsten zunächst im kleinen Kreis in Bad Dürkheim standesamtlich heiraten und anschließend mit vielen Freunden in „Pullman City“ in Bayern feiern, einem Freizeitpark im Stil des Wilden Westens. Das Paar hatte die Feier monatelang vorbereitet. Geplant waren unter anderem ein passendes Hochzeitskleid und Tequila im Saloon statt eines Sektempfangs.

Eine Woche vor der standesamtlichen Trauung zerstörte jedoch ein Feuer große Teile von „Pullman City“. Die Feier mit den Freunden fiel damit aus. Das Paar erweiterte kurzfristig die standesamtliche Trauung, konnte den Tag wegen des Schocks und der enttäuschten Erwartungen aber nicht richtig genießen. Ein weiterer Anlauf in dem inzwischen schnell wieder aufgebauten Freizeitpark ließ sich später aus terminlichen und organisatorischen Gründen nicht mehr umsetzen.

Im Frühjahr entdeckte Thorsten Hambrecht schließlich einen Flyer in der Protestantischen Kita „Johanneskäfer“ in Ludwigshafen-Gartenstadt, wo er als Erzieher arbeitet. Das Pop-up-Trau-Fest überzeugte ihn sofort – und auch seine Frau. Einen Eindruck vom Konzept bekamen beide außerdem auf den Internetseiten des Kirchenbezirks. Dort fanden sie Hinweise auf das erste Trau-Fest dieser Art vor zwei Jahren.

38 Paare waren beim ersten Fest dabei

Bei der ersten Ausgabe kamen 38 Paare in die Melanchthonkirche. Die Kleidung und Stile waren unterschiedlich: Einige erschienen im Anzug oder Hochzeitskleid, andere in Jeans und Turnschuhen, ein Paar in einem Gothic-Outfit. Diese Vielfalt gefällt Anna Hambrecht. Für ihre eigene Pop-up-Trauung hat sie bereits ein besonderes Kleid im Schrank hängen.

Nach dem Segen können die Paare mit Sekt, weiteren Getränken und einem kleinen Hochzeitstörtchen anstoßen. Außerdem entscheiden sie selbst, ob sie den Moment am Altar allein als Paar erleben oder Familie und Freunde dabeihaben möchten. Bei Anna und Thorsten Hambrecht wird die Gesellschaft voraussichtlich größer als zunächst gedacht: Verwandte, alte Freunde und neue Bekannte wollen dabei sein.

Nach der Segnung in der Melanchthonkirche zieht die Hochzeitsgesellschaft nach Bad Dürkheim weiter. Dort wollen Anna und Thorsten Hambrecht auf dem Wurstmarkt feiern. Für die beiden soll es diesmal vor allem entspannt und gemütlich werden.

Antworten auf häufige Fragen und Eindrücke vom Trau-Fest 2024 gibt es unter ekilu.de/pop-up-trauung. Wer ein Zeitfenster reservieren oder Fragen klären möchte, kann sich an Citykirchen-Pfarrerin Susanne Schramm wenden: telefonisch unter 06 21 – 67 18 02 50 oder per E-Mail an [email protected].