Zwei Frauen aus Ludwigshafen gehören zu den 22 Menschen, denen das Bistum Speyer für ihr kirchliches und caritatives Engagement die Pirminius-Plakette verliehen hat. Die Auszeichnung überreichte Diözesanadministrator Markus Magin bei einer Feierstunde im Friedrich-Spee-Haus in Speyer. Die Pirminius-Plakette gilt als höchste Auszeichnung der Diözese.

Aus Ludwigshafen wurden Hedwig Müller aus der Pfarrei Hl. Petrus und Paulus sowie Angela Henke aus der Pfarrei Hl. Edith Stein geehrt. Beide stehen für langjähriges ehrenamtliches Engagement in ihren Gemeinden. Müller ist seit fast sieben Jahrzehnten als Organistin tätig. Henke übernimmt seit mehr als 20 Jahren zahlreiche Aufgaben im Gemeindeleben.

Hedwig Müller hilft seit 1957 an der Orgel aus

Hedwig Müller war die älteste der diesjährigen Geehrten. Im Sommer 1957 sprang sie nach Angaben des Bistums spontan als Organistin ein. Seitdem ist sie der Kirchenmusik treu geblieben. Bis heute spielt sie Orgel, teilweise in bis zu fünf Gottesdiensten an einem Wochenende.

Magin würdigte Müller als C-Musikerin, die ihren Dienst seit fast 70 Jahren zur Freude ihrer Mitmenschen und zur Ehre Gottes versieht. Zusätzlich leitete sie eine Kinderschola und organisierte die Sternsingeraktion. In ihrer Gemeinde gilt sie außerdem als Seelsorgerin mit offenem Ohr. Der Bischofssitz hob besonders hervor, dass sie ihre Aufgaben ohne großes Aufsehen und aus innerer Überzeugung wahrnehme.

„Seit fast 70 Jahren versehen Sie als C-Musikerin Ihren Dienst zur Ehre Gottes und zur Freude Ihrer Mitmenschen – in großer Treue, ohne viel Aufhebens um Ihre Person und aus innerster Überzeugung heraus.“

Mit der Auszeichnung wurde damit nicht nur ihre musikalische Arbeit gewürdigt. Die Ehrung bezieht auch ihre zusätzlichen Aufgaben in der Kinder- und Gemeindearbeit ein. Ihre Geschichte zeigt, wie ein zunächst spontaner Einsatz über viele Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil des kirchlichen Lebens werden kann.

Angela Henke ist erste Ansprechpartnerin in der Pfarrei

Auch Angela Henke erhielt die Pirminius-Plakette. Sie engagiert sich seit über 20 Jahren in der Pfarrei Hl. Edith Stein in Ludwigshafen. Zu ihren Aufgaben gehören der Sakristanendienst und die Mitarbeit im Pfarreirat. Bis 2025 war sie außerdem Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, der kfd.

Darüber hinaus kümmert sich Henke um die Kirchenpflege, organisiert Feste und leitet Andachten. Nach der Würdigung des Bistums ist sie eine verlässliche erste Ansprechpartnerin vor Ort. Ihr Engagement reicht damit von praktischen Aufgaben rund um die Kirche bis zur Gestaltung von Veranstaltungen und geistlichen Angeboten.

Magin betonte, Henke stelle ihre Arbeit nicht in den Mittelpunkt. Gerade deshalb solle ihr Einsatz öffentlich sichtbar gemacht werden. Die Plakette würdigt nach seinen Worten ihren Beitrag zum Aufbau des kirchlichen Lebens in der Gemeinde.

„Um all das machen Sie, liebe Frau Henke, kein großes Aufheben. Umso wichtiger ist es mir, dass wir Ihren außerordentlichen Einsatz für den Aufbau des Reiches Gottes heute öffentlich würdigen!“

22 Auszeichnungen für Engagement im Bistum Speyer

Insgesamt wurden bei der Feierstunde 22 Frauen und Männer aus dem Bistum Speyer ausgezeichnet. Die Nominierungen erfolgten durch die Dekanatsräte. Vorgeschlagen wurden die Geehrten von ihren Pfarreien, verschiedenen Verbänden sowie vom emeritierten Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Das Spektrum des gewürdigten Engagements ist breit. Es reicht von Aufgaben in Pfarreien und kirchlichen Gremien über Kirchenmusik und caritative Dienste bis zur Eine-Welt-Arbeit. Zu den weiteren Ausgezeichneten zählen unter anderem Menschen aus Grünstadt, Neustadt, Winnweiler, Rülzheim, Ramstein, Landau, Hauenstein, Contwig, Ensheim, Maxdorf und Dudenhofen.

Besonders hervorgehoben wurden außerdem Ansgar Schreiner aus Limburgerhof und Dorothea Küppers-Lehmann aus Kaiserslautern. Beide erhielten die Plakette für ihren langjährigen Einsatz als unabhängige Ansprechpersonen für Betroffene sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche. Schreiner übte diese Aufgabe fünf Jahre aus, Küppers-Lehmann acht Jahre. Die Quelle berichtet, dass Küppers-Lehmann in dieser Zeit mehr als 80 Betroffene bei Gesprächen und Anerkennungsverfahren begleitete.

Historischer Bezug zum heiligen Pirminius

Benannt ist die bischöfliche Ehrenplakette nach dem heiligen Abtbischof Pirminius. Er wirkte als Missionar im südwestdeutschen Raum und starb im Jahr 753 im von ihm gegründeten Kloster Hornbach.

Die Feierstunde stand zudem in einem besonderen spirituellen Zusammenhang. In seiner Festansprache schlug Magin eine Brücke zum heiligen Franz von Assisi. Dessen Todestag jährte sich am Vortag zum 800. Mal. Der Überlieferung zufolge hörte Franz beim Gebet vor dem Kreuz in San Damiano den Ruf: „Bau meine Kirche wieder auf!“ Magin bezog diesen Auftrag auf die Geehrten: Sie erneuerten Kirche nicht lediglich durch den Erhalt von Gebäuden, sondern durch ihren Einsatz als Teil einer lebendigen Glaubensgemeinschaft.

Die Ausgezeichneten wurden einzeln nach vorne gebeten und erhielten jeweils die Pirminius-Plakette zusammen mit einer Urkunde. Für einen musikalischen Moment sorgte die damals zwölfjährige Pianistin Luise Bold. Magin bat zugleich um Verständnis dafür, dass bei jeder Laudatio nur ein kleiner Ausschnitt aus dem jeweils vielfältigen Engagement dargestellt werden könne.

Für Ludwigshafen macht die Ehrung sichtbar, welchen Anteil ehrenamtliche Arbeit am Gemeindeleben hat: Hedwig Müller durch ihren jahrzehntelangen Dienst an der Orgel sowie Angela Henke durch ihren kontinuierlichen Einsatz als Sakristanin, im Pfarreirat und bei zahlreichen Aufgaben in der Pfarrei.