Ein sinfonisches Märchen ohne großes Orchester: In Rheingönheim haben Georg Treuheit und Tobias Martin Sergei Prokofjews „Peter und der Wolf“ an der Orgel aufgeführt. Die Bearbeitung für vier Hände und vier Füße machte aus dem bekannten Werk ein besonderes Musikerlebnis in Ludwigshafen.
Orgel statt Orchester
Die beiden Musiker brachten Prokofjews Komposition gemeinsam an der Orgel zu Gehör. Grundlage war die Bearbeitung von Heinrich E. Grimm, der 1951 geboren wurde. Statt eines Orchesters entstand der musikalische Eindruck damit durch das Zusammenspiel von Georg Treuheit und Tobias Martin an einem Instrument.
Die dreischiffige Halle im Jugendstil bildete die Kulisse für die Aufführung. Nach der Schilderung der Rheinpfalz traf die Bearbeitung dort auf eine „reizvolle Kulisse“. Die Architektur gab dem Konzert damit einen besonderen räumlichen Rahmen.
Beate Martin las den Text
Den erzählenden Text las Beate Martin von der Treppe vor dem Altarraum. Sie eröffnete die Geschichte mit den Worten: „Früh am Morgen öffnete Peter die Gartentür und trat hinauf auf die große, grüne Wiese.“
Ihre Interpretation unterschied sich laut Bericht von der bekannten Einspielung mit Mathias Wieman bei Deutsche Grammophon. Während Wiemans Stimme als sonor und fast grimmig beschrieben wird, setzte Beate Martin bei ihrer Rezitation eher empfindsame und zeitweise dramatisch gesteigerte Akzente.
So verband die Aufführung in Rheingönheim Orgelmusik, Erzählung und den besonderen Innenraum der Halle zu einer eigenen Version von Prokofjews zeitlosem Werk.