Am Berliner Platz in Ludwigshafen verschiebt sich der geplante Einzug der Stadtverwaltung in das neue Palatineo-Gebäude. Nach Angaben des Bauherrn Hans-Peter Unmüßig ist ein Einzug in das neue Rathaus vor 2030 nicht denkbar. Grund ist die seit Jahren bestehende Baugrube, die vor Beginn des Neubaus zunächst neu abgesichert werden muss.

Baugrube gilt als nicht standfest genug

Die Baugrube klafft seit elf Jahren im Erdreich der Ludwigshafener City. Nach so langer Zeit könne der Bauherr nicht einfach mit den Arbeiten beginnen. Die Grube müsse zunächst sicher gemacht werden, damit das Palatineo-Projekt überhaupt realisierbar ist. Unmüßig bezeichnete sie als „risikobehaftet“ und damit als nicht standhaft genug für das geplante Bauvorhaben.

Die Arbeiten zur Absicherung sollen im Januar 2027 beginnen. Bis diese abgeschlossen sind und der eigentliche Bau starten kann, werde es nach Einschätzung des Bauherrn sicher Ende März oder April 2027 sein. Damit rückt auch die Fertigstellung des Bürokomplexes weiter nach hinten.

Stadt mietet 13.000 Quadratmeter

Die Stadt Ludwigshafen und die Baufirma stimmen derzeit noch die Raumaufteilung ab. Die Stadt hat für die geplanten Rathausräume insgesamt 13.000 Quadratmeter angemietet. In das Gebäude sollen unter anderem die Abteilungen von Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) und Bürgermeister Andreas Schwartz (SPD) einziehen.

Auch ein Bürgerbüro und das Standesamt mit Trausaal sind in den angemieteten Flächen vorgesehen. Welche Abteilung wo untergebracht wird und wie viel Platz sie jeweils erhält, ist laut Bauunternehmer noch Gegenstand der Gespräche.

Monatlich 260.000 Euro Miete

Der Mietpreis für die neuen Rathausräume steht inzwischen fest: Die Stadt zahlt 20 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht nach den Angaben im Bericht einer monatlichen Miete von 260.000 Euro und jährlichen Kosten von 3,1 Millionen Euro.

Der Baubeginn des Palatineo hatte sich zuvor bereits wegen langwieriger Mietverhandlungen zwischen der Stadt und dem Bauherrn verzögert. Nun kommt die notwendige Sicherung der alten Baugrube als weiterer Zeitfaktor hinzu.

Das von dem Freiburger Investor Unmüßig geplante Gebäude soll aus drei Gebäudekomplexen mit fünf, sechs und sieben Stockwerken bestehen. Sie sollen einen begrünten Innenhof umschließen. Der Entwurf stammt vom Architekten Max Dudler.

In den unteren Bereichen sind Nahversorger, Restaurants und Cafés vorgesehen. Nach Angaben der Baufirma bestehen bereits Mietverträge mit einer Supermarktkette, einem Drogeriemarkt und einer Bäckereikette. Die Baukosten für das Projekt bezifferte der Bauträger zuletzt auf 70 Millionen Euro.