Eine 63-jährige Frau aus dem Landkreis Germersheim ist nach Polizeiangaben Opfer eines Online-Anlagebetrugs geworden. Sie verlor rund 250.000 Euro, nachdem sie über Jahre Geld in eine angebliche Trading-Plattform investiert hatte. Der Fall ist auch für Menschen in Ludwigshafen und der Vorderpfalz relevant: Die Polizei warnt erneut vor professionell wirkenden Internetangeboten, die hohe Gewinne versprechen.
Der Betrug wurde erst sichtbar, als die Frau ihr Geld wieder abheben wollte. Nach Angaben der Ermittler kam sie über ein Jahr hinweg erstmals an den Punkt, sich eine Auszahlung zu wünschen. Das Geld blieb jedoch unerreichbar. Gleichzeitig waren ihre Ansprechpartner bei der Online-Trading-Plattform nicht mehr erreichbar.
Kontakt selbst über das Internet aufgenommen
Die Frau hatte den Kontakt zu der Plattform selbst aufgenommen, weil sie Geld in Anlagen investieren wollte. Über eine App konnte sie anschließend angebliche Gewinne verfolgen. Dadurch entstand offenbar der Eindruck, dass sich ihre Investitionen positiv entwickelten.
Auf Empfehlung vermeintlicher Anlageberater überwies die 63-Jährige wiederholt Geldbeträge auf unterschiedliche Konten. Die Zahlungen gingen nach Polizeiangaben sowohl nach Litauen als auch auf Konten in Deutschland. Insgesamt summierte sich der Verlust auf etwa eine Viertelmillion Euro.
Ermittler prüfen deutsche Konten
Die Polizei Germersheim ermittelt in dem Fall. Die Ermittler hoffen, über die deutschen Kontonummern Spuren zu den mutmaßlichen Tätern zu finden. Nach Angaben eines Polizeisprechers gibt es bereits mehrere Ermittlungsansätze. Ob und in welchem Umfang Geld zurückgeholt werden kann, ist aus den vorliegenden Angaben nicht bekannt.
Der Bericht wurde am 24. August 2026 um 15:33 Uhr veröffentlicht. Die Polizei macht keine Angaben dazu, wie viele weitere Personen hinter der Plattform stehen oder wie genau die Verantwortlichen vorgingen.
So funktioniert die Masche laut Polizei
Beim Online-Anlagebetrug werben Täter im Internet mit besonders hohen Renditen. Interessierte werden auf professionell gefälschte Handelsplattformen gelockt. Dort erscheinen künstliche Gewinne, die zu weiteren Einzahlungen bewegen sollen. Solange keine Auszahlung verlangt wird, kann die Plattform den Eindruck eines erfolgreichen Investments aufrechterhalten.
Die Polizei rät deshalb zu besonderer Skepsis bei Angeboten, die schnelle oder außergewöhnlich hohe Gewinne versprechen. Wer investieren möchte, sollte sich nicht ausschließlich auf die Informationen unbekannter Online-Anbieter verlassen. Spätestens wenn eine Auszahlung an zusätzliche Gebühren, weitere Überweisungen oder neue Kontakte geknüpft wird, sollten Betroffene den Vorgang prüfen lassen und keine weiteren Zahlungen leisten.
Die Ermittler setzen im konkreten Fall auf Hinweise aus dem Zahlungsverkehr. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt nach derzeitigem Stand vor allem die Warnung: Eine App mit steigenden Kontoständen ist kein Beweis dafür, dass tatsächlich Geld angelegt wurde oder Gewinne existieren.