Ein Film aus der Kurpfalz hat auf der Ludwigshafener Parkinsel seine Weltpremiere gefeiert: Beim Festival des deutschen Films wurde am Dienstag „Nichtsnutze“ gezeigt, das Langfilm-Debüt des gebürtigen Weinheimer Drehbuchautors und Regisseurs Sedat Aslan. Mehr als 70 Crewmitglieder standen nach Angaben des Senders vor der Vorführung auf der Bühne.
Ein Heidelberger Endzwanziger zwischen Studium und Nebenjob
Im Mittelpunkt der Komödie steht Emre, gespielt von Deniz Arora. Der Heidelberger Endzwanziger mit Migrationshintergrund steckt in mehreren Lebensbereichen fest: im Studium, im Nebenjob und auch in seiner Beziehung. Dazu lebt er in einer „Kiffer-WG“ und hängt am Glimmstängel.
Eine unerwartete berufliche Möglichkeit verändert seine Situation. Emre erhält ein Jobangebot aus Istanbul und muss innerhalb von 48 Stunden entscheiden, ob er es annimmt oder ablehnt. Diese kurze Frist setzt den Prozess in Gang, den Aslan als Coming of Age und als Erwachsenwerden seiner Hauptfigur beschreibt.
Der Regisseur, Jahrgang 1978, verarbeitet in der Komödie nach eigener Aussage Themen, die er selbst erlebt hat. Der Film beschäftigt sich außerdem mit Migration und Kapitalismus. Aslan will diese Aspekte jedoch unterhaltsam erzählen, statt sie belehrend wirken zu lassen.
Heidelberg und Mannheim als Schauplätze
Die regionale Perspektive prägt den Film. Die Handlung spielt in der Kurpfalz, ein großer Teil der Geschichte in Heidelberg. Gedreht wurde vor allem in Mannheim. Zu den genannten Drehorten gehören die Alte Brücke und der Hauptbahnhof in Heidelberg sowie die Mannheimer Oststadt, der Jungbusch und der Wasserturm.
Auch die Heidelberger Hip-Hop-Kultur ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Die Rap-Ikone Toni-L hat einen Gastauftritt, während Rapper Torch auf dem Soundtrack vertreten ist. Eine weitere kleine Rolle übernimmt Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz von den Grünen. Er war deshalb ebenfalls bei der Premiere in Ludwigshafen dabei.
Gute Resonanz und Kinostart im Oktober
Die Mischung aus Komödie, ernsten Themen und regionalem Bezug kam beim Premierenpublikum laut SWR gut an. Sedat Aslan hofft deshalb auf eine Chance beim Publikumspreis des Ludwigshafener Festivals.
Für Ludwigshafen ist die Premiere auch deshalb besonders, weil ein in der Region spielender und produzierter Film in das Festivalprogramm aufgenommen wurde. Der deutsche Kinostart von „Nichtsnutze“ ist für Oktober angekündigt.