Heute ist Elektrizität in Ludwigshafen selbstverständlich. Vor mehr als 125 Jahren war sie jedoch ein Zeichen des technischen Fortschritts – und Mundenheim wollte dabei offenbar ganz vorne mitspielen.
Ein eigenes Elektrizitätswerk in der Ganghoferstraße
Das damals noch selbstständige Mundenheim ließ 1898 in der Ganghoferstraße ein eigenes Elektrizitätswerk installieren. Die Gemeinderäte handelten laut dem Ortshistoriker Friedrich Kirsch „mit stolzem Selbstbewusstsein“. Der Anspruch war klar: Mundenheim wollte modern sein und seine Stromversorgung selbst organisieren.
Damit war das Dorf der benachbarten Stadt Ludwigshafen bei der öffentlichen Stromversorgung sogar um vier Jahre voraus. Ludwigshafen zählte um 1900 rund 62.000 Einwohner.
Teurer Bau, kurze Laufzeit
Das Mundenheimer Stromprojekt erwies sich allerdings als nur kurzes Abenteuer. Der teure Bau lief kaum drei Jahre. Anschließend übernahm Ludwigshafen die Stromversorgung und brachte Elektrizität in die gesamte Region.
Hinter dem frühen Ende stand nach Darstellung der Quelle eine kommunalpolitische Fehlplanung. Was zunächst als selbstbewusster Schritt in die Moderne gedacht war, blieb damit ein kurzer Abschnitt in der Geschichte Mundenheims.
Die Episode zeigt, wie unterschiedlich die Entwicklung der Stromversorgung in der Region begann: Während Mundenheim bereits 1898 ein eigenes Elektrizitätswerk betrieb, folgte Ludwigshafen erst später – versorgte danach aber die ganze Region.