In Ludwigshafen steht ein Angebot für Mädchen im Mittelpunkt, das Selbstbehauptung und Selbstverteidigung mit Bewegung, Spielen und gemeinsamen Erfahrungen verbindet. Unter dem Titel „Stark sein mit Spaß“ sollen die Teilnehmerinnen ihre eigenen Stärken und Grenzen kennenlernen und dadurch ihre Handlungsspielräume erweitern.

Hintergrund sind Einschränkungen und Ängste, mit denen Frauen und Mädchen im Alltag weiterhin konfrontiert sind. Nach Angaben des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverband Ludwigshafen e.V. fallen viele dieser Begrenzungen kaum noch auf, weil sie als normal wahrgenommen werden.

Bewegung als Teil des Konzepts

Das Angebot setzt deshalb nicht nur auf Gespräche oder Übungen zur Selbstverteidigung. Vorgesehen sind auch Spiele sowie Vorbereitungs- und Entspannungsübungen. In einer Turnhalle können Mädchen raufen und toben, Fußball ausprobieren und Fang- oder Abenteuerspiele in der Gruppe erleben. Dabei geht es auch darum, laut zu sein und Raum einzunehmen.

Diese Möglichkeiten fehlen im Alltag nach Darstellung des Kinderschutzbundes häufig. Lernen findet überwiegend im Sitzen statt, während es immer weniger freie Spielräume gibt. Zudem nutzen Mädchen öffentliche Plätze deutlich seltener als Jungen.

Mehr Sicherheit und Durchsetzungsvermögen

Auch der Zugang zu einem Sportverein und die Wahl einer Sportart können Mädchen schwerer fallen, wenn sie sich nicht für Ballett, Turnen oder Reiten interessieren. Der Kinderschutzbund sieht darin einen Grund, warum viele Mädchen körperlich unsicher sind und sich nicht ausreichend behaupten oder wehren können.

Das Ludwigshafener Angebot will dieser Entwicklung entgegenwirken. Ein gesundes Durchsetzungsvermögen werde in der Gesellschaft zunehmend gebraucht. Die Meldung wurde am 14. Oktober 2026 um 21:23 Uhr aktualisiert.