Nach langen Wochen ohne nennenswerten Regen hat sich das Wetter in Ludwigshafen wieder verändert. Zwar fiel nach Einschätzung des Autors nicht so viel Niederschlag wie nötig, doch der Regen brachte vielerorts auch Sturm und schwere Unwetter. Zwischen zerstörerischer Kraft und lebenswichtiger Bedeutung wird der Regen dabei zum Ausgangspunkt für einen persönlichen Blick auf ein besonderes Himmelszeichen: den Regenbogen.

Andreas Kohlstruck beschreibt, wie der Regen Staub von Bäumen und Sträuchern spülen kann. Wenn die Niederschläge nachlassen und die Sonne wieder hervortritt, dampft die Straße, und die Welt wirkt „wie frisch gewaschen“. Gegenüber der Sonne kann dann ein Regenbogen sichtbar werden – mit den Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett.

Ein seltener Moment am Himmel

Besonders eindrucksvoll ist der Anblick nach Darstellung des Autors, wenn Anfang und Ende des Bogens frei zu sehen sind und er sich scheinbar vollständig über den Himmel spannt. Kohlstruck erinnert sich an einen solchen Moment vor einigen Jahren. Menschen seien stehen geblieben und hätten fast ehrfürchtig schweigend nach oben geschaut.

Der Regenbogen wird in dem Beitrag nicht nur als physikalisch erklärbare Naturerscheinung verstanden. Sein Bogen, der Himmel und Erde miteinander verbindet, steht für eine Umarmung, die Natur und Menschen einschließt. Daraus leitet der Autor eine Bedeutung ab, die über das Wetter hinausweist: Der Regenbogen wird zum Friedenssymbol und zu einem Zeichen für das Zusammenleben.

Symbol für Vielfalt und Toleranz

Mit der Regenbogenflagge verbindet Kohlstruck eine politische und gesellschaftliche Aussage. Sie steht in seinem Verständnis für die Vielfalt der Geschlechter und sexuellen Orientierungen, für Menschenrechte und für Toleranz. Zugleich weist der Text darauf hin, dass die Flagge dort verboten wird, wo Vielfalt und Toleranz nicht erwünscht sind.

Auch die biblische Bedeutung des Regenbogens spielt eine Rolle. In der Bibel markiert er das Ende der Sintflut. Nach dem verheerenden Regen, der vieles zerstört hat, kommt die Sonne wieder hervor. Der Regenbogen wird dabei als Zeichen einer dauerhaften Verbindung zwischen Gott und den Menschen gedeutet.

So verbindet der Beitrag drei Ebenen: Regen als Grundlage des Lebens, den Regenbogen als eindrucksvolles Naturereignis und seine Bedeutung für Frieden, Gemeinschaft und Gottesnähe. Gerade deshalb richtet sich die Vorfreude des Autors nicht nur auf den nächsten Niederschlag. Mit dem Regen verbindet er auch die Hoffnung, wieder einen Regenbogen zu sehen – als sichtbares Zeichen für das, was im Zusammenleben wichtig ist.

Zur Person

Andreas Kohlstruck ist 66 Jahre alt und Pfarrer im Kirchenbezirk Ludwigshafen.