Am Rathausplatz und am Danziger Platz in Ludwigshafen zeichnet sich ein grundlegender Wandel ab. Im Zuge der geplanten Helmut-Kohl-Allee sollen die beiden Plätze neu geordnet und die Verbindung zwischen Innenstadt, Hemshof und Friedenspark deutlich verändert werden. Noch sind zentrale Abläufe und Details offen, doch die laufenden Vorbereitungen machen bereits sichtbar, wie weitreichend die Planungen sind.
Stadtplaner Helmut Buchholz erläuterte bei einer Tour durch das Gebiet, welche Veränderungen vorgesehen sind. Vom Rathausplatz soll künftig eine Passage über die Helmut-Kohl-Allee direkt zur Prinzregentenstraße führen. Dadurch könnte das markante Lichttor vor dem Rathaus versetzt werden.
Neue Wege zwischen Rathausplatz, Hemshof und Rheinufer
Die neue Stadtstraße soll von mehreren Querungen begleitet werden. Zwei Unterführungen sind unter der Straße vorgesehen: eine unter der Rampe zum Rheinufer und eine weitere im Bereich der Bahnhofsrampe. Zusätzliche Übergänge sollen am Rathausplatz, am Europaplatz, am Danziger Platz und an der Heinigstraße entstehen.
Auch die Bahntrasse soll sich verändern. Nach den aktuellen Plänen soll die Strecke nahe des L-förmigen Stadthauses an der Ludwigstraße in einer Unterführung unter der Kohl-Allee verlaufen. Ob zunächst die Gebäude errichtet oder zuerst die Kohl-Allee vollständig fertiggestellt wird, ist laut dem Bericht noch nicht entschieden.
Auf der künftigen Trasse laufen bereits umfangreiche Vorbereitungen. Der Boden liegt dort derzeit etwa vier Meter niedriger als die spätere Höhe der Allee. Eine zentrale planerische Frage ist deshalb, wie die neue Bebauung diesen Höhenunterschied aufnehmen kann.
Danziger Platz: Sumgaitallee verschwindet, Hochhäuser sind möglich
Am Danziger Platz soll die heutige Struktur weitgehend verschwinden. Die Sumgaitallee ist in den Planungen nicht mehr vorgesehen. Stattdessen soll die Heinigstraße direkt in die Helmut-Kohl-Allee münden. Nach dem Rahmenplan sind an der Kreuzung von Heinigstraße und Helmut-Kohl-Allee außerdem Hochhäuser möglich.
Der Platz soll jedoch nicht vollständig frei von Grün bleiben. Der vorhandene Baumbestand soll erhalten werden. Zur Heinigstraße hin ist eine offene Gestaltung vorgesehen, während zusätzliche Bebauung den Platz zugleich räumlich begrenzen soll. Stadtplaner Buchholz verwies darauf, dass Plätze mit klaren Begrenzungen häufig als attraktiver wahrgenommen werden. Große, vollständig versiegelte und von Beton geprägte Flächen aus den 1960er-Jahren wirkten dagegen oft unübersichtlich und wenig einladend.
Im Zentrum des Danziger Platzes steht weiterhin der Brunnen zur Erinnerung an die Befreiung der deutschen Ostgebiete. Das Brunnendenkmal aus Beton ist laut dem Bericht kein historisches Denkmal. Es wurde in den 1980er-Jahren saniert, Anfang der 1990er-Jahre aber stillgelegt, weil sich eine Reparatur der Pumpentechnik nicht mehr lohnte. Heute nutzen Besucher vor allem die Stufen rund um den Brunnen und den kleinen Spielplatz.
Unterirdische Haltestelle bleibt erhalten
Die unterirdische Haltestelle am Danziger Platz soll erhalten bleiben. Nach den aktuellen Planungen wird sie nicht verfüllt, weil die Helmut-Kohl-Allee nicht direkt über der Anlage verlaufen soll. Sichtbar dürfte die Haltestelle künftig dennoch kaum sein: Sie soll weitgehend unter dem neuen Bodenniveau verschwinden.
Wie die einzelnen Bauabschnitte aufeinanderfolgen, ist weiterhin offen. Fest steht nach den vorliegenden Planungen, dass Rathausplatz und Danziger Platz nicht nur einzelne bauliche Ergänzungen erhalten, sondern in ihrer Funktion und Gestaltung umfassend neu geordnet werden sollen. Für die Anwohner und Besucher des Bereichs bedeutet das in den kommenden Jahren vor allem neue Wege, veränderte Platzräume und eine deutlich andere städtebauliche Umgebung.