Im Raum Ludwigshafen warnt die Polizei am Donnerstag, 15. Oktober 2026, vor einer aktuellen Häufung betrügerischer Telefonanrufe. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz versuchen Täter verstärkt, mit Schockanrufen, falschen Gewinnversprechen und der Masche falscher Polizeibeamter an Geld und Wertgegenstände zu gelangen.
Betroffen ist nach Angaben der Polizei die gesamte Vorder- und Südpfalz, darunter Ludwigshafen, Landau und Neustadt an der Weinstraße. Die Anrufer treten teils als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtsträger auf. In anderen Fällen erzählen sie von einer angeblichen Notlage eines Familienmitglieds oder stellen einen Gewinn in Aussicht. Nach Angaben der Polizei kann grundsätzlich jeder Opfer eines solchen Betrugsversuchs werden.
Schockanrufe setzen Betroffene unter Zeitdruck
Bei einem Schockanruf behaupten die Täter beispielsweise, ein naher Angehöriger sei in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt oder befinde sich in einer anderen dramatischen Situation. Die Geschichte ist erfunden, soll die Angerufenen aber emotional belasten und zu einer schnellen Entscheidung bringen.
Das Ziel besteht darin, hohe Geldbeträge zu erlangen oder die Übergabe von Bargeld und Wertgegenständen an unbekannte Personen zu veranlassen. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden. Eine angebliche Notlage lässt sich anschließend über eine selbst gewählte, bereits bekannte Telefonnummer des Familienmitglieds überprüfen.
Polizei holt kein Geld und keine Wertsachen ab
Eine weitere Masche besteht darin, dass sich die Täter als Polizeibeamte oder Staatsanwälte ausgeben. Sie behaupten etwa, Bargeld, Schmuck oder Bankkarten müssten aus Sicherheitsgründen übergeben werden. Die Polizei Rheinpfalz stellt dazu klar: Die echte Polizei holt kein Bargeld, keine EC-Karten und keine Wertgegenstände bei Bürgerinnen und Bürgern ab.
Auch die auf dem Display angezeigte Telefonnummer ist kein sicherer Beleg für die Echtheit eines Anrufs. Telefonnummern können technisch manipuliert werden. Die Polizei ruft außerdem nicht unter der Notrufnummer 110 an. Betroffene sollten daher keiner Aufforderung folgen, über eine Rückruffunktion die 110 einzugeben.
Auch Gewinnversprechen und Fernzugriff sind Betrugsmaschen
Neben Schockanrufen und falschen Amtsträgern warnt die Polizei vor angeblichen Gewinnbenachrichtigungen. Die Anrufer behaupten, die betroffene Person habe Geld oder einen wertvollen Preis gewonnen, und verlangen anschließend häufig Gebühren oder andere Zahlungen.
Bei einer weiteren bekannten Masche geben sich die Täter als Microsoft-Mitarbeiter aus. Sie behaupten, auf dem Computer sei ein technisches Problem oder eine Sicherheitslücke entdeckt worden. Danach drängen sie ihre Opfer möglicherweise dazu, Software zu installieren oder einen Fernzugriff freizugeben. Die Polizei rät, bei solchen Anrufen keine Programme zu installieren und unbekannten Personen keinen Zugriff auf den eigenen Computer zu gewähren.
Grundsätzlich sollten verdächtige Gespräche sofort beendet und keine Bankverbindungen, Passwörter oder anderen vertraulichen Daten genannt werden. Polizei und Staatsanwaltschaft fordern am Telefon keine Übergabe von Bargeld, Schmuck oder Bankkarten. Die eigene Telefonnummer kann gegebenenfalls aus öffentlichen Telefonverzeichnissen entfernt werden.
Was Betroffene nach einem Betrugsanruf tun sollten
Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte unverzüglich die eigene Bank kontaktieren und prüfen lassen, ob eine Rückbuchung oder Sperrung noch möglich ist. Wurden persönliche Daten weitergegeben oder Wertgegenstände ausgehändigt, sollten Betroffene alle verfügbaren Informationen zum Anruf sichern und Strafanzeige erstatten.
Eine Anzeige ist bei jeder Polizeidienststelle oder über die Onlinewache der Polizei Rheinland-Pfalz möglich. Wer einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter Zugriff auf den Computer gewährt hat, sollte das Gerät vom Internet trennen und gegebenenfalls Passwörter ändern.
Bei einer akuten Bedrohung oder wenn Täter unmittelbar vor der Tür stehen, gilt der Polizeinotruf 110. Das Polizeipräsidium Rheinpfalz weist darauf hin, dass die Täter ihre Gesprächsstrategien laufend verändern. Die Polizei bittet deshalb darum, auch Angehörige, Freunde und Nachbarn über die aktuellen Betrugsmaschen zu informieren und verdächtige Telefonate nicht unter dem Druck vermeintlicher Amtspersonen oder dramatischer Geschichten fortzusetzen.