Ein 38-jähriger Mann ist vom Landgericht Landau wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nach Gerichtsangaben hatte er seine damalige Freundin in einer Wohnung in der Pfalz an mehreren Tagen misshandelt. Einen Teil der Haft soll der Mann in einer Entzugsklinik verbringen.
Der Fall ist auch für Ludwigshafen relevant, weil dort am selben Dienstag eine Expertenrunde über toxische Beziehungen informierte. Das Heinrich-Pesch-Haus war Schauplatz der Veranstaltung, bei der es darum ging, wie Betroffene problematische Beziehungsmuster erkennen können.
Schläge, Messerstich und Todesdrohung
Im Mittelpunkt des Prozesses standen schwere Vorwürfe: Der Mann soll seine damalige Freundin mit einem Handy auf den Kopf geschlagen, ihr ein Messer in den Oberschenkel gestochen und ihr gedroht haben, sie draußen zu vergraben. Diese Taten räumte der Angeklagte laut Bericht vor Gericht ein.
Das Landgericht ging davon aus, dass der Mann vermindert schuldfähig war. Im Verfahren war außerdem von Drogenmissbrauch die Rede. In das Urteil flossen auch Taten aus dem Jahr 2025 ein.
Keine Verurteilung wegen Geiselnahme
Der Vorwurf der Geiselnahme konnte dagegen nicht bewiesen werden. Die Anklage hatte dem Mann vorgeworfen, die deutlich jüngere Frau in ihrer Wohnung eingesperrt und dadurch festgehalten zu haben. Nach Einschätzung des Gerichts ließ sich der Ablauf in der Wohnung jedoch nicht in allen Einzelheiten sicher feststellen.
In Teilen standen die Aussagen der Beteiligten gegeneinander. Die Richterin stellte zudem fest, dass einige Angaben der Frau nicht stimmten. Gleichzeitig ging sie davon aus, dass die junge Frau das Geschehen auch ein halbes Jahr später noch nicht vollständig fassen könne.
Urteil kann angefochten werden
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren einschließlich eines Aufenthalts in einer Entzugsklinik gefordert. Die Verteidigung hatte vier Jahre Haft mit Entzugsklinik beantragt. Gegen das Urteil sind Rechtsmittel möglich. Der Verteidiger sagte laut SWR-Bericht jedoch, er habe seinem Mandanten geraten, darauf zu verzichten.
Der Prozess in Landau und die Veranstaltung in Ludwigshafen zeigen zwei Seiten desselben Themas: Während das Gericht konkrete Gewalttaten strafrechtlich bewertete, ging es bei der Expertenrunde um die früheren Warnzeichen belastender Beziehungen. Der Bericht nennt toxische Beziehungen dabei nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch im Arbeitsalltag und in Vereinen.