Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat im Sommer 2021 nicht nur Häuser und Infrastruktur zerstört. Auch eingelagerte Kunstwerke des Stadtmuseums Bad Neuenahr-Ahrweiler wurden von Schlamm und Wasser beschädigt. Bei der Rettung der regionalen Kunstschätze spielte der Museumsverband Rheinland-Pfalz mit Sitz in Ludwigshafen eine zentrale Rolle.
Die Sturzflut kostete 135 Menschen das Leben. Teile der Kunstsammlung waren in einem Trakt der gefluteten Tiefgarage des Stadtmuseums aufbewahrt worden. Die Werke mussten unter schwierigen Bedingungen geborgen und anschließend von dicken Schlammschichten befreit werden.
Unterstützung aus Ludwigshafen
Nach der Katastrophe zeigte sich, dass das Museum die Reinigung und Restaurierung der beschädigten Bestände nicht aus eigener Kraft bewältigen konnte. Der Museumsverband Rheinland-Pfalz bot deshalb seine Unterstützung an und koordinierte eine groß angelegte Rettungsaktion.
Als Drehscheibe dieser Arbeit fungierte unter anderem das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe. Museen, die freie Kapazitäten hatten und zeitweise Fachleute entbehren konnten, wurden in die Hilfe einbezogen. So konnten die Aufgaben auf mehrere Einrichtungen verteilt werden.
Fünf Jahre Arbeit an den Kunstwerken
Die Restaurierung übernahmen auch ein Restaurator und eine Restauratorin aus Frankenthal. Sie arbeiteten fünf Jahre lang an Gemälden und weiteren Kunstschätzen aus dem Norden von Rheinland-Pfalz. Ein nahezu vollständig wiederhergestelltes Porträt steht dabei beispielhaft für den langwierigen Weg vom beschädigten Fundstück zum erneut sichtbaren Kunstwerk.
Der Werkstattbesuch zeigt damit nicht nur die Folgen der Flut für die Kulturlandschaft des Ahrtals. Er macht auch sichtbar, wie Einrichtungen und Fachleute aus der Region – koordiniert durch den Museumsverband in Ludwigshafen – bei der Bewahrung des kulturellen Erbes zusammenwirkten.