Der tödliche Schuss auf den Chihuahua „Lucky“ in Ludwigshafen-Gartenstadt wird weiter untersucht. Der Hund war bei einer Polizeikontrolle getroffen worden und starb später in einer Tierklinik. Gegen die beiden eingesetzten Beamten laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt; gegen den Schützen wird zusätzlich wegen einer Straftat nach dem Tierschutzgesetz ermittelt.

Was am Einsatz in der Gartenstadt geschah

Der Vorfall ereignete sich am 10. Oktober. Nach Angaben der Polizei war am Samstagabend in der Gartenstadt nach einem Mann mit einem kleinen Hund gesucht worden, der in einer Gaststätte mit einer Schusswaffe gedroht haben soll. Rund 20 Minuten später sah eine Streifenwagenbesatzung in der Nähe der Gaststätte einen 36-Jährigen, der seinen Chihuahua ausführte.

Weil die Beamten nach einem bewaffneten Tatverdächtigen fahndeten, zogen sie laut Polizei ihre Dienstwaffen. Gleich zu Beginn der Kontrolle fiel der Schuss, der Lucky traf. Warum geschossen wurde, ist nach Angaben der Polizei weiterhin offen. Später stand fest, dass der kontrollierte Hundehalter nicht der Mann war, der in der Gaststätte mit einer Schusswaffe gedroht hatte.

Der 36-Jährige leistete laut Polizeipräsidium Widerstand. Er wurde zu Boden gebracht und von dem Beamten festgehalten, der den Schuss abgegeben hatte. Der andere Polizist versuchte gleichzeitig, das Leben des Hundes zu retten, und presste Mullbinden auf die blutende Wunde. Bei der Rangelei wurden beide Beamten und der Hundehalter leicht verletzt. Eine Untersuchung durch den Rettungsdienst lehnte der 36-Jährige laut Polizei ab.

Lucky starb in der Tierklinik

Die Tierrettung traf 35 Minuten nach dem Schuss ein und brachte den Chihuahua in eine Tierklinik. Dort konnte ihm nicht mehr geholfen werden. Lucky starb wenig später. Anwohner stellten für den Hund Kerzen auf; ein großes Plakat erinnert an ihn.

Der Hundehalter, beide Polizisten und der Beamte, der geschossen hat, haben sich Anwälte genommen und äußern sich derzeit nicht zur Sache. Die Ermittlungen führt die Abteilung „Interne Ermittlungen“ des Polizeipräsidiums Ludwigshafen.

Schütze derzeit nicht im Außendienst

Der Polizist, der den Schuss abgab, versieht derzeit keinen Außendienst. Nach Mitteilung des Polizeipräsidiums soll er ein individuelles Schieß- und Einsatztraining absolvieren.

Für zusätzliche Kritik sorgte eine am Folgetag veröffentlichte Pressemitteilung. Darin war der kontrollierte Hundehalter fälschlich als Verantwortlicher für die Bedrohung in der Gaststätte dargestellt worden. Das Polizeipräsidium erklärte, Ursache sei ein „interner Übermittlungsfehler“, und bedauerte den Fehler. Die internen Abläufe für die Veröffentlichung von Pressemeldungen sollen überprüft werden.

Nach Angaben der Polizei gehen weiterhin zahlreiche Eingaben von Bürgerinnen und Bürgern ein, die eine umfassende Aufklärung fordern. Nach Abschluss der Ermittlungen soll die Staatsanwaltschaft Frankenthal das Ergebnis prüfen. Sollte ein Fehlverhalten festgestellt werden, kommen neben strafrechtlichen auch disziplinarrechtliche Konsequenzen infrage. Das Polizeipräsidium Rheinpfalz und der betroffene Beamte äußerten erneut ihr Bedauern über Luckys Tod und die Folgen für den Hundehalter.