Ludwigshafen. Die Innenstadt lässt sich im Oktober bei zwei besonderen Rundgängen aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen. Im Rahmen der Reihe Lust auf LU organisiert die Tourist-Information Ludwigshafen eine Führung zu neuen Grünflächen und eine weitere zu Stolpersteinen und den Lebensgeschichten deportierter Menschen.

Beide Veranstaltungen beginnen laut dem veröffentlichten Beitrag um 17.30 Uhr. Interessierte müssen sich vorab anmelden. Wo die jeweiligen Rundgänge genau starten, teilt die Tourist-Information erst nach der Anmeldung mit.

Rundgang zu neuen Grünflächen in der Innenstadt

Der erste Termin steht unter dem Schwerpunkt einer grüneren Innenstadt. Die Führung ist für Montag, 7. Oktober, ab 17.30 Uhr angekündigt. Dabei besuchen die Teilnehmenden mehrere Plätze im Stadtzentrum, an denen derzeit neue Grünflächen entstehen oder bereits neu gestaltet werden.

Als Beispiele nennt der Beitrag den Theaterplatz und den Bürgerhof. Unter fachkundiger Leitung soll der Rundgang erklären, welche Bedeutung die einzelnen Areale haben, welche Hintergründe mit ihrer Umgestaltung verbunden sind und welche Auswirkungen die Maßnahmen haben können.

Nach Angaben der Veranstalter geht es bei der Entwicklung darum, mehr Natur in das Stadtzentrum zurückzuholen. Zugleich werden die Begrünungsmaßnahmen als Beitrag zur Klimaanpassung eingeordnet. Die Führung soll damit nicht nur die sichtbaren Veränderungen an den Plätzen zeigen, sondern auch die städtebaulichen und klimatischen Zusammenhänge erläutern.

Stolpersteine und die Folgen der Polenaktion

Am zweiten Termin, der für Mittwoch, 9. Oktober, ab 17.30 Uhr angekündigt ist, geht es um Stolpersteine und die persönlichen Schicksale deportierter Menschen. Die kleinen Erinnerungszeichen liegen an vielen Stellen in Straßen und auf Plätzen im Ludwigshafener Stadtgebiet.

Ausgangspunkt des Rundgangs ist eine Stolperschwelle auf dem Klüber-Platz, die Anfang dieses Jahres verlegt wurde. Von dort aus führt die Spurensuche zu Stolpersteinen für einzelne Betroffene. Im Mittelpunkt stehen dabei die persönlichen Geschichten der Menschen, an die an diesen Orten erinnert wird.

Ein wichtiger historischer Bezug ist die sogenannte Polenaktion. Im Oktober 1938 wurden im Rahmen dieser Aktion mehr als 160 ostjüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger nach Polen abgeschoben. Die Führung nimmt dieses Geschehen zum Anlass, anhand konkreter Orte und Biografien nach den Lebenswegen der Betroffenen zu fragen.

Anmeldung und Teilnahme

Für alle Termine der Reihe ist eine Anmeldung erforderlich. Möglich ist die Anmeldung persönlich in der Tourist-Information am Berliner Platz 1. Außerdem können Interessierte eine E-Mail an [email protected] schreiben oder sich telefonisch unter 0621 51 20 36 melden.

Für die beiden Führungen gilt das Prinzip Pay what You Want. Ein fester Teilnahmebeitrag wird damit nicht genannt; die Teilnehmenden entscheiden selbst, welchen Betrag sie geben möchten. Die genauen Treff- und Startpunkte werden erst nach erfolgreicher Anmeldung mitgeteilt.

Die Angebote richten sich an Menschen, die sich für die aktuelle Entwicklung der Ludwigshafener Innenstadt interessieren, ebenso wie an diejenigen, die sich mit der Geschichte der deportierten jüdischen Bevölkerung und der Erinnerung im öffentlichen Raum auseinandersetzen möchten.