Wenn Ludwigshafener Schulen wegen Sanierung, Umbau oder Erweiterung vorübergehend nicht genutzt werden können, sollen Schülerinnen und Schüler künftig nicht mehr in gemietete Container ausweichen müssen. In der Kopernikusstraße plant die Stadt ein dauerhaftes Schulgebäude als festen Ausweichstandort. Das Projekt soll wirtschaftlicher, klimafreundlicher und langlebiger sein als die bisherige Lösung.
Vorgestellt wird das Vorhaben im Bau- und Grundstücksausschuss am 7. September 2026. Das Bildungsministerium hat den Plänen nach Angaben von Ludwigshafen24 bereits eine positive Bewertung gegeben und prüft derzeit die Machbarkeit. Eine Förderung ist demnach in Aussicht gestellt.
Standort zwischen Kopernikusstraße und Frankenthaler Straße
Das Grundstück liegt östlich des Heinrich-Pesch-Hauses zwischen Kopernikusstraße, Bayreuther Straße und Frankenthaler Straße. Der Standort ist laut Stadt zentral gelegen und gut angebunden. Bus, Bahn und das Radwegnetz befinden sich in unmittelbarer Nähe. Zusätzlich ist ein Shuttle-Service für Grundschulkinder vorgesehen.
Die Stadt reagiert mit dem Neubau auf die bisherigen Erfahrungen mit Containeranlagen. Diese mussten für Schulbauprojekte gemietet werden und gelten als teuer, aufwendig und wenig nachhaltig. Ein festes Gebäude soll die wiederkehrenden Übergangsphasen bei Bauarbeiten dauerhaft abdecken.
Flexible Räume für mehrere Schulformen
Geplant ist ein modernes und barrierefreies Gebäude mit hochwertiger Raumakustik und effizientem Wärmeschutz. Die Räume sollen multifunktional nutzbar sein. Dadurch könnten Grundschulen, Realschulen plus, Gymnasien und Integrierte Gesamtschulen das Gebäude ohne bauliche Anpassungen nutzen. Nach dem Konzept wäre bei Bedarf sogar der gleichzeitige Betrieb für zwei Schulen möglich.
Auch Barrierefreiheit und Inklusion sollen von Beginn an in die Planung einbezogen werden. Pädagogische Anforderungen sollen stärker berücksichtigt werden als bei kurzfristig aufgestellten Übergangslösungen. Ergänzend ist eine Dreifeldsporthalle vorgesehen, die gemeinsam mit dem Pädagogischen Landesinstitut in die Gesamtplanung integriert werden soll.
Eröffnung für das Schuljahr 2031/32 geplant
Die Fertigstellung ist zum Schuljahr 2031/32 vorgesehen. Die Stadt rechnet damit, dass die Ausweichschule angesichts des prognostizierten Bedarfs direkt nach ihrer Eröffnung voll ausgelastet sein wird. Mindestens 30 Jahre soll sie ununterbrochen als Schulstandort betrieben werden.
Baudezernent Alexander Thewalt bezeichnete das Vorhaben als möglichen Vorreiter für die Stadt. Gegenüber Containerlösungen sieht er vor allem bei der Nutzungsdauer einen Vorteil: Temporäre Quartiere hätten im Durchschnitt eine Lebensdauer von zehn Jahren. Der feste Standort soll dagegen über Jahrzehnte hinweg für wechselnde Schulen zur Verfügung stehen. Ob und wie das Projekt umgesetzt werden kann, ist zunächst Gegenstand der weiteren Prüfung.