Die vollständige Sperrung des Nordbrückenkopfs und der Kurt-Schumacher-Brücke seit Anfang August verschärft die Verkehrsprobleme zwischen Ludwigshafen und Mannheim. Nach Darstellung der FDP-Stadtratsfraktion steht für den öffentlichen Personennahverkehr sowie den Auto- und Güterverkehr derzeit nur noch die Konrad-Adenauer-Brücke zur Verfügung. Die Partei fordert deshalb, die gesperrte Brücke während der angekündigten vierjährigen Sperrzeit schnell zu sanieren und zugleich zusätzliche Verkehrsverbindungen voranzutreiben.

Die Forderungen veröffentlichte die FDP-Stadtratsfraktion am 14. August 2026. Sie sieht nicht nur die Städte Ludwigshafen und Mannheim in der Verantwortung, die Kosten der Sanierung zu tragen. Auch die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie der Bund müssten sich an der Finanzierung beteiligen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Eibes erwartet nach Angaben der Fraktion dazu rasch eine klare Zusage, damit die Sanierung beginnen kann.

Konrad-Adenauer-Brücke als einzige Verbindung

Die derzeitige Verkehrslage birgt aus Sicht der FDP ein zusätzliches Risiko: Die Konrad-Adenauer-Brücke muss für mindestens vier Jahre als einzige Rheinquerung für ÖPNV, Güterverkehr und Individualverkehr dienen. Wie anfällig eine solche Konzentration ist, hätten laut Fraktion bereits mehrere kurzfristige, stundenlange Vollsperrungen gezeigt. Als Beispiele nennt sie schwere Unfälle und den Verdacht auf einen Kampfmittelfund aus dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Verdacht habe sich glücklicherweise nicht bestätigt.

Die Vorfälle machten nach Einschätzung der FDP deutlich, wie stark die Metropolregion von wenigen Rheinquerungen abhängig ist. Gleichzeitig stehe auch die Konrad-Adenauer-Brücke vor einer weiteren großen Herausforderung, weil sie selbst saniert werden müsse. Die Fraktion erinnert außerdem an die frühere Verkehrsplanung rund um die Hochstraße Nord: Während deren Abriss sollte die Hochstraße Süd den Verkehr aufnehmen. Dass die Hochstraße Nord bereits abgerissen werden musste, bevor die Hochstraße Süd wieder zur Verfügung stand, sei der Region erspart geblieben.

FDP bringt Seilbahn und zusätzliche Rheinquerung ins Gespräch

Als Ergänzung zu den bestehenden Brücken verlangt die FDP erneut eine Seilbahnverbindung zwischen Ludwigshafen und Mannheim. Sie könnte als brückenunabhängige ÖPNV-Verbindung den Rhein queren und insbesondere bei Störungen oder Sanierungsarbeiten eine zusätzliche Option bieten. Außerdem soll eine weitere Rheinquerung in der Metropolregion diskutiert und letztlich wieder in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden.

Nach Vorstellung der FDP könnte eine zusätzliche leistungsfähige Verbindung die bestehenden Brücken entlasten und Pufferkapazitäten schaffen. Zugleich ließe sich der Güter- und Individualverkehr besser verteilen. Eibes räumt ein, dass eine neue Rheinquerung nicht kurzfristig gebaut werden könne. Die Region brauche aber schon jetzt ein belastbares Verkehrskonzept für die kommenden Jahre. Konkrete Bauzeiten oder eine Finanzierungszusage für Seilbahn und zusätzliche Rheinquerung nennt die Mitteilung nicht.

Quelle: MRN-News · Ludwigshafen.