Ludwigshafen. Ludwigshafen hat am Donnerstag, 27. August 2026, an den früheren Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig erinnert. Anlass war sein 100. Geburtstag. Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner legte am Ehrengrab des Alt-Oberbürgermeisters auf dem Hauptfriedhof einen Ehrenkranz nieder.
Die Gedenkveranstaltung setzte sich anschließend im Wilhelm-Hack-Museum fort. Dort würdigte die Stadt das Leben und Wirken des früheren Stadtoberhaupts mit einem Vortrag von Stadtarchivar Dr. Klaus-Jürgen Becker. Die Kranzniederlegung und der Vortrag verbanden das persönliche Gedenken mit einem Rückblick auf die lange kommunalpolitische Arbeit Ludwigs.
„Dr. Werner Ludwig hat unsere Stadt Ludwigshafen am Rhein wie kein anderer geprägt und gestaltet. Wir erinnern uns heute in Dankbarkeit an ihn, an einen populären und erfolgreichen Oberbürgermeister. Er hat bis zuletzt hohes Ansehen in der Ludwigshafener Bevölkerung genossen und wurde parteiübergreifend für sein außergewöhnliches Engagement, seine Sachkompetenz, Leidenschaft und für sein Verantwortungsbewusstsein respektiert und geschätzt. Wir sind an diesem 100. Geburtstag in Gedanken bei seiner gesamten Familie und seinen Angehörigen“.
Mit diesen Worten würdigte Blettner die Bedeutung des früheren Stadtoberhaupts für Ludwigshafen. Nach Angaben des Beitrags galt Ludwig bei seinem Eintritt in den Ruhestand als dienstältester Oberbürgermeister einer deutschen Stadt.
Fast drei Jahrzehnte Oberbürgermeister
Werner Ludwig führte Ludwigshafen von Juli 1965 bis Juni 1993. Damit stand er fast 28 Jahre an der Spitze der Stadt. Bereits vor seiner Zeit als Oberbürgermeister war er in der Stadtverwaltung tätig: Von Februar 1958 bis Juni 1965 arbeitete er als Sozial- und Wohnungsdezernent.
Seine politischen Schwerpunkte lagen nach Angaben der Stadt bei sozialer Gerechtigkeit und guten Lebensbedingungen für die Menschen in Ludwigshafen. Darüber hinaus setzte er sich für Versöhnung und das Zusammenwachsen Europas ein. Eine besondere Bedeutung hatte für ihn die Städtepartnerschaft Ludwigshafens mit Lorient in der Bretagne.
Von Pirmasens nach Ludwigshafen
Werner Ludwig wurde am 27. August 1926 in Pirmasens geboren. Im Jahr 1933 emigrierte seine Familie nach Frankreich. Dort besuchte er die Schule und begann ein Jurastudium. Die Jahre in Frankreich prägten ihn nach Angaben der Stadt. 1946 trat Ludwig der SPD bei.
Seinen Lebensmittelpunkt fand Ludwig später in Ludwigshafen. Seit Anfang der 1960er Jahre lebte er mit seiner Familie in der Gartenstadt. Gemeinsam mit seiner Frau Lucia hatte er drei Kinder, sechs Enkel und fünf Urenkel. Die Angaben machen zugleich deutlich, dass seine Verbindung zur Stadt nicht nur politischer, sondern auch persönlicher Natur war.
Viele Aufgaben in der Region
Ludwig engagierte sich auch über die Stadtgrenzen hinaus. Von 1963 bis 1965 gehörte er dem Landtag Rheinland-Pfalz an und leitete dort den sozialpolitischen Ausschuss. Dem Bezirkstag Pfalz gehörte er von 1964 bis 1999 an. Den Vorsitz dieses Gremiums übernahm er zunächst von 1964 bis 1974 und später erneut von 1979 bis 1997.
Weitere Verantwortung übernahm Ludwig im Naturpark Pfälzerwald, bei den Pfalzwerken und im Städtetag Rheinland-Pfalz. Den Verein Naturpark Pfälzerwald leitete er von 1984 bis 1999. Von 1965 bis 1998 stand er dem Aufsichtsrat der Pfalzwerke AG vor. Dem Vorstand des Städtetags Rheinland-Pfalz gehörte er von 1965 bis 1989 an; dessen Vorsitz hatte er von 1969 bis 1971 inne.
Auszeichnungen für sein Wirken
Für seine politische und gesellschaftliche Arbeit erhielt Werner Ludwig mehrere Auszeichnungen. Dazu gehörten das Große Bundesverdienstkreuz und der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz. Ludwigshafen verlieh ihm 1993 die Ehrbürgermeisterwürde.
Auch Frankreich würdigte seinen Einsatz. Die Französische Republik zeichnete Ludwig 2015 mit dem „Officier de la Légion d’Honneur“ aus. Die Ehrung steht im Zusammenhang mit den im Beitrag hervorgehobenen Verbindungen zu Frankreich und seinem Interesse an der Städtepartnerschaft mit Lorient.
Wie die Stadtverwaltung mitteilt, starb Werner Ludwig am 25. Februar im Alter von 93 Jahren. Ein Jahr nennt der Quelltext beim Todestag nicht. Die Stadt erinnerte mit der Kranzniederlegung an seinem Ehrengrab und dem Vortrag im Wilhelm-Hack-Museum an einen früheren Oberbürgermeister, der Ludwigshafen über Jahrzehnte politisch mitgestaltet hatte.