Eine 79-jährige Frau aus Ludwigshafen hat durch einen angeblichen Virenschutz-Mitarbeiter insgesamt 1.000 Euro verloren. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rheinpfalz begann der Betrug am 6. Oktober 2026, als die Frau auf ihrem Computer mehrere Warnmeldungen mit einer Hotline entdeckte.

Warnung vor angeblichem Trojaner

Die Seniorin rief die angegebene Nummer an. Ein Mann erklärte ihr, ihr Computer sei mit einem Trojaner infiziert. Außerdem behauptete er, der Schädling werde sowohl den Computer als auch das Festnetztelefon hacken. Um die Geräte wieder nutzen zu können, sollte die Frau Gutscheinkarten im Wert von 500 Euro kaufen und die Codes an die vermeintliche Firma weitergeben.

Der Anrufer versprach, das Geld anschließend zurückzuerstatten. Nachdem die 79-Jährige die Codes übermittelt hatte, stellte sie bei ihrer Bank tatsächlich eine Rücküberweisung von 500 Euro fest. Daraufhin erklärte der angebliche Mitarbeiter, der Trojaner sei noch nicht vollständig entfernt. Er forderte die Frau deshalb auf, weitere Gutscheinkarten im Wert von 1.000 Euro zu kaufen.

Polizei rät zu Misstrauen

Dieser zweiten Aufforderung kam die Frau nach. Der entstandene Gesamtschaden beläuft sich nach ihren Angaben auf 1.000 Euro. Die Polizei warnt davor, angebliche Support-Anrufer ernst zu nehmen, die vor Viren oder gehackten Geräten warnen und eine Zahlung per Gutscheincode verlangen.

Seriöse Unternehmen fordern laut Polizei keine Gutscheincodes, um Computerprobleme zu beheben. Betroffene sollten solche Gespräche beenden und den tatsächlichen Anbieter ausschließlich über offizielle Kontaktdaten kontaktieren. Wer eine entsprechende Meldung auf dem Computer sieht, sollte ein Bild davon anfertigen und den Vorfall bei der zuständigen Polizeidienststelle melden.

Eine Anzeige ist auch über die Onlinewache der Polizei möglich. Informationen zum Thema bietet außerdem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die zuständige Polizeidienststelle lässt sich über die Dienststellensuche der Polizei Rheinland-Pfalz finden.