Wenn in Ludwigshafen Schulgebäude saniert oder erweitert werden, sollen Klassen künftig nicht mehr zwingend in gemietete Container ausweichen müssen. Die Stadt plant stattdessen ein dauerhaft nutzbares Schulgebäude in der Kopernikusstraße. Der feste Ausweichstandort soll Regelschulen während künftiger Bauprojekte aufnehmen und nach Angaben der Verwaltung voraussichtlich mindestens 30 Jahre ausgelastet sein.
Vorgestellt werden soll das Projekt im Bau- und Grundstücksausschuss am Montag, 7. September. Als derzeit angestrebter Fertigstellungstermin gilt das Schuljahr 2031/32. Wegen des prognostizierten Bedarfs rechnet die Stadt damit, dass die Ausweichschule unmittelbar nach ihrer Fertigstellung genutzt wird.
Standort zwischen drei Straßen
Das geplante Schulgebäude soll östlich des Heinrich-Pesch-Hauses auf einem Grundstück zwischen Kopernikusstraße, Bayreuther Straße und Frankenthaler Straße entstehen. Die Stadtverwaltung bewertet das Areal als verkehrlich günstig. Nach den bisherigen Angaben bestehen Anschlüsse an den öffentlichen Nahverkehr und das Radverkehrsnetz.
Für Grundschulkinder hält die Verwaltung außerdem einen Shuttle-Service für möglich. Damit soll der Standort auch dann erreichbar bleiben, wenn eine Schule vorübergehend aus ihrem eigenen Stadtteil an die Kopernikusstraße umzieht. Konkrete Angaben zu einem späteren Shuttle-Betrieb oder zu einzelnen Schulen liegen in dem vorliegenden Projektstand noch nicht vor.
Gebäude für mehrere Schulformen geplant
Die Ausweichschule soll nicht auf eine einzige Schulart zugeschnitten werden. Ausstattung und Kapazität sollen eine Nutzung durch Grundschulen, Realschulen plus, Gymnasien und Integrierte Gesamtschulen ermöglichen. Nach den Planungen wäre sogar ein gleichzeitiger Betrieb für zwei Schulen denkbar.
Vorgesehen sind Unterrichtsräume mit Wärmeschutz und guter Raumakustik. Barrierefreiheit und Inklusion sollen nach Angaben der Stadt von Beginn an Teil der Planung sein. Zusätzlich sind multifunktionale Räume geplant. Diese sollen in Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Landesinstitut entwickelt werden, damit die Räume bei wechselnden Schulnutzungen nicht jedes Mal baulich angepasst werden müssen.
Zum Konzept gehört außerdem eine Dreifeldsporthalle. Damit würde der Standort nicht nur Unterrichtsräume für vorübergehend ausgelagerte Schulen bereitstellen, sondern auch eine größere Sportinfrastruktur umfassen. Ob und wann einzelne Schulen den Standort nutzen, soll sich aus den späteren Bau- und Sanierungsprojekten sowie der verfügbaren Kapazität ergeben.
Alternative zu Containern
Mit dem Neubau verfolgt Ludwigshafen eine Alternative zu Containerschulen. Solche Lösungen werden laut dem vorliegenden Bericht auch von vielen anderen Kommunen genutzt, wenn Gebäude saniert oder erweitert werden. Die Stadt setzt nun auf ein eigenes, dauerhaft verwendbares Gebäude, das nacheinander für unterschiedliche Bauvorhaben eingesetzt werden kann.
Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt bezeichnet den geplanten Neubau als wirtschaftlich, effizient und klimafreundlich. Die Verwaltung verbindet damit also nicht nur eine Übergangslösung für ein einzelnes Schulprojekt, sondern einen langfristig nutzbaren Standort für mehrere Schulen und unterschiedliche Schulformen.
Der nächste öffentlich genannte Schritt ist die Vorstellung im Bau- und Grundstücksausschuss am 7. September. Bis zur möglichen Fertigstellung im Schuljahr 2031/32 müssen insbesondere die weiteren Planungen für Gebäude, Räume, Sporthalle, Barrierefreiheit und die spätere Nutzung konkretisiert werden.