Ludwigshafen will in den kommenden Jahren umfangreich in Verkehr, Bildung, Kultur und Klimaschutz investieren. Insgesamt sind dafür 158 Millionen Euro vorgesehen. Möglich werden die Vorhaben nach Angaben von SWR Aktuell durch das Sondervermögen des Bundes, das Kommunen bei solchen Investitionen unterstützen soll.

Für die hochverschuldete Stadt ist das eine wichtige Nachricht: Die Aufsichtsbehörde ADD hat den Haushalt für 2026 zwar genehmigt, zugleich aber den möglichen Investitionsrahmen gekürzt. Ludwigshafen darf 40 Millionen Euro weniger investieren als ursprünglich eingeplant. Die Stadt hatte zunächst mit entsprechend höheren Ausgaben gerechnet.

80 Millionen Euro für die Friedrich-Ebert-Halle

Der größte einzelne Brocken ist die Friedrich-Ebert-Halle. Rund 80 Millionen Euro will Ludwigshafen für ihre Sanierung oder einen Neubau bereitstellen. Zunächst soll ein Gutachten klären, welche Lösung sinnvoll ist. Mit Ergebnissen wird im Laufe des Jahres 2027 gerechnet.

Die Mehrzweckhalle ist seit 2025 sechzig Jahre alt und gilt technisch als deutlich überholt. Sie ist die Heimspielstätte der Ludwigshafener Handballmannschaft Eulen. Zugleich hat die Halle eine überregionale Veranstaltungsgeschichte: Dort traten unter anderem Tokio Hotel, The Who und Rammstein auf. Auch Sportereignisse und TV-Shows fanden in dem Gebäude statt.

Mit der Investition soll ein zukunftsfähiger Veranstaltungsort erhalten oder neu geschaffen werden. Ob am Ende eine umfassende Sanierung oder ein Neubau umgesetzt wird, ist derzeit noch offen.

Neue Verbindung südlich des Hauptbahnhofs

Rund 40 Millionen Euro sind für eine neue Fuß- und Radwegebrücke südlich des Ludwigshafener Hauptbahnhofs vorgesehen. Sie soll eine direkte Verbindung zum Bahnhof und zum öffentlichen Nahverkehr schaffen.

Von der neuen Querung sollen vor allem die südlichen Stadtteile profitieren. Auch die dortige Hoch- und Berufsschule sowie ansässige Unternehmen könnten nach Darstellung der Stadt besser angebunden werden. Das Vorhaben gehört damit sowohl zur Verkehrspolitik als auch zu den geplanten Maßnahmen für umweltfreundlichere Mobilität.

Wie gut sich Radfahrer in der Pfalz im Alltag fortbewegen können, untersucht der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club derzeit mit seinem Fahrradklima-Test. Die Ergebnisse sollen zeigen, wo die Bedingungen bereits gut sind und wo noch Verbesserungen nötig sind. Ein konkreter Zeitplan für den Bau der neuen Ludwigshafener Brücke wird in dem Bericht nicht genannt.

Volkshochschule und Hitzeschutz im Fokus

Weitere 23 Millionen Euro sollen in die Modernisierung und Sanierung der Volkshochschule fließen. Vorgesehen sind unter anderem neue Technik, erneuerte Leitungen und eine Überarbeitung der Räume. Bürgerinnen und Bürger sollen sich an der Planung beteiligen können.

Ein Beteiligungsworkshop soll Raum für Wünsche und Vorschläge schaffen. Dabei geht es sowohl um die künftige Gestaltung des Programms als auch um die Nutzung und Ausstattung der Räume. Die Volkshochschule soll nach den Plänen stärker zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs für die Ludwigshafener werden.

Auch der Schutz vor großer Hitze ist Teil des Investitionspakets. In einigen städtischen Kitas stiegen die Temperaturen laut Bericht auf mehr als 30 Grad. Teilweise mussten Einrichtungen deshalb mittags früher schließen. Für den Hitzeschutz in den städtischen Kitas sind rund 7,5 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sind unter anderem Klimaanlagen, Außenrollos und eine bessere Dämmung.

Zusätzlich ist eine Million Euro für die beiden städtischen Seniorenheime eingeplant. Weitere 4,5 Millionen Euro sollen in Seniorenresidenzen der GAG fließen. Auch dort sind Maßnahmen wie Klimaanlagen vorgesehen. Das Wilhelm-Hack-Museum soll bei großer Hitze ebenfalls als Anlaufstelle dienen: Ab 32 Grad können Bürgerinnen und Bürger die klimatisierten Räume kostenlos zur Abkühlung nutzen.

Oberbürgermeister Claus beziehungsweise Klaus Blettner erklärte, das Sondervermögen solle für eine lebenswerte und sichere Stadt eingesetzt werden. Stadtkämmerer Andreas Schwarz stellte zugleich klar, dass die zusätzlichen Mittel zwar die Investitionsfähigkeit stärken, die strukturelle Unterfinanzierung des laufenden Haushalts aber nicht beseitigen.