Für den Verkehr zwischen Ludwigshafen und Mannheim gibt es eine vorläufige Erleichterung: Die Abfahrt von der Kurt-Schumacher-Brücke in Richtung BASF und Oppau konnte wieder geöffnet werden. Oberbürgermeister Klaus Blettner reagierte darauf in einem Instagram-Video – und zugleich auf die Kritik, die nach der Ankündigung an der Entscheidung laut wurde.

Die Brücke war zuvor gesperrt gewesen. Damit waren Umleitungen und erhebliche Belastungen für den Alltag verbunden. Besonders betroffen waren Pendlerinnen und Pendler sowie Beschäftigte und Unternehmen, die auf die Verbindung zwischen Ludwigshafen und Mannheim angewiesen sind.

Öffnung erst nach Prüfungen und Gutachten

Nach Angaben aus Blettners Statement gingen der vorläufigen Öffnung wochenlange Arbeiten voraus. Technische Untersuchungen, Gutachten und Sicherheitsprüfungen mussten abgeschlossen werden. Viele Beteiligte hätten mit Hochdruck daran gearbeitet, eine vertretbare Lösung zu ermöglichen.

Blettner betonte, dass eine Sperrung häufig bereits bei einem Sicherheitsbedenken angeordnet werden könne. Eine Wiedereröffnung sei dagegen erst möglich, wenn die Sicherheit nachgewiesen sei – mit Gutachten, Prüfungen und entsprechender Verantwortung. Die Öffnung ist deshalb ausdrücklich vorläufig.

Für Pendler, Betriebe und die gesamte Region sei die Entwicklung eine echte Erleichterung. Gleichzeitig zeigte sich der Oberbürgermeister nach eigener Darstellung überrascht, wie schnell die positive Nachricht mit Kritik verbunden worden sei.

Blettner: Kritik an Infrastruktur ist berechtigt

Ein Vertreter einer Wirtschaftsorganisation habe die vorläufige Öffnung zwar begrüßt, zugleich aber gefragt, warum sie erst jetzt möglich sei und weshalb nicht früher nach Lösungen gesucht worden sei. Blettner stellte daraufhin die Frage, ob jede Nachricht sofort mit einem Vorwurf beantwortet werden müsse.

„Können wir uns eigentlich noch über gute Nachrichten freuen?“

Mit dieser Frage leitete Blettner sein Statement in den sozialen Medien ein. Er kritisierte, dass wochenlange Arbeit an einer schwierigen Situation kaum gewürdigt werde, sobald eine Lösung gefunden sei. Nach seiner Darstellung werde dann zuerst der Vorwurf erhoben, es sei nicht genug getan worden.

Gleichzeitig widersprach Blettner der grundsätzlichen Kritik an der Verkehrsinfrastruktur nicht. Ein Nutzer wies in der Debatte unter dem Video darauf hin, dass der Unterhalt von Brücken über Jahrzehnte vernachlässigt worden sei. Blettner bezeichnete diese Kritik als völlig berechtigt.

Debatte über Folgen für Beschäftigte und Betriebe

In den Reaktionen im Netz ging es auch um die wirtschaftlichen Folgen der Sperrung. Ein weiterer Nutzer berichtete, Beschäftigte hätten für die Fahrt über die Brücke bis zu 30 Minuten länger gebraucht. Blettner erklärte, die Belastungen für Arbeitnehmer und Betriebe seien bekannt. Verständnis allein könne eine gesperrte Brücke jedoch nicht sicher machen.

Der Oberbürgermeister kündigte an, weiterzuarbeiten. Mit einem Verweis auf Paul Watzlawicks Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ sagte er, zunächst dürfe man sich darüber freuen, dass es bei der Brücke ein Stück vorangehe.