Die Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim steht vor einer aufwendigen und teuren Sanierung. Nach aktuellem Stand werden die Planungs- und Baukosten für drei beschädigte Brückenabschnitte auf rund 230 Millionen Euro geschätzt. Das wurde am Donnerstagabend im Umwelt- und Technik-Ausschuss des Mannheimer Gemeinderats bekannt.

Für Ludwigshafen ist die Entwicklung besonders relevant: Die Brücke ist seit Anfang August vollständig für den Verkehr gesperrt. Grund sind Schäden am Nordbrückenkopf, also am Übergang zur Hochstraße Nord auf Ludwigshafener Seite. Seitdem konzentriert sich der Verkehr zwischen beiden Städten stärker auf die Konrad-Adenauer-Brücke.

Drei Teile der Brücke müssen bearbeitet werden

Betroffen sind die Strombrücke, die Mühlauhafenbrücke und die Westkreuzbrücke. Alle drei Abschnitte gehören zur Kurt-Schumacher-Brücke, einer von zwei Rheinquerungen zwischen Mannheim und Ludwigshafen.

An der Strombrücke, die vom Ludwigshafener Rheinufer bis zum Mannheimer Mühlauhafen reicht, gibt es unter anderem Schäden an den Stahlhohlkästen unter der Fahrbahn. Dort ist eine umfassende Sanierung erforderlich. Ziel ist, dass künftig auch schwer beladene Lastwagen die Brücke wieder nutzen können.

Die Mühlauhafenbrücke befindet sich ebenfalls in einem bedenklichen Zustand. Nach Einschätzung der Experten der Rheinbrückengesellschaft sollen Teile des Bauwerks – die Überbauten – neu gebaut werden. Gleichzeitig soll der Unterbau saniert werden. Dieses Vorgehen gilt als rund acht Millionen Euro günstiger und als weniger risikoreich als eine vollständige Sanierung dieses Abschnitts.

Bei der Westkreuzbrücke, die vom Mühlauhafen in Richtung Mannheimer Stadtzentrum führt, muss die sogenannte Koppelplatte erneuert werden. Dieses Bauteil verbindet zwei Brückenbereiche und überträgt die Kräfte zwischen ihnen.

Verkehr bleibt belastet, Zeitplan noch offen

Die Sperrung der Kurt-Schumacher-Brücke macht die Konrad-Adenauer-Brücke zur wichtigsten Ausweichroute. Dort kommt es nach Angaben der Quelle seit der Sperrung morgens und abends im Berufsverkehr regelmäßig zu Staus. Für Auto- und Lastwagenfahrer bleibt außerdem die Theodor-Heuss-Autobahnbrücke auf der A6 eine Alternative.

Wann die Sanierungsarbeiten an der Kurt-Schumacher-Brücke beginnen, steht noch nicht fest. Zunächst müssen weitere Planungs- und Genehmigungsschritte abgeschlossen werden. Die Vergabe der Planungsleistungen soll nach Angaben der Stadt Mannheim bis Juni 2027 erfolgen.

Städte hoffen auf Unterstützung von Bund und Land

Mannheim und Ludwigshafen sind entsprechend ihrer jeweiligen Zuständigkeiten an Planung und Finanzierung beteiligt. Weil die Brücke überwiegend über Mannheimer Stadtgebiet verläuft, muss Mannheim voraussichtlich den größeren Anteil übernehmen. Für die Stadt Mannheim stehen laut Erster Bürgermeisterin Diana Pretzell rund 184 Millionen Euro im Raum.

Wie die Gesamtkosten letztlich aufgeteilt werden, ist ebenso offen wie die Frage nach einer Beteiligung von Bund und Land. Beide Städte stimmen sich dazu ab und stehen nach Angaben Pretzells mit den zuständigen Stellen auf Landes- und Bundesebene im Austausch. Die Planungen für die langfristige Sicherung der beiden Rheinquerungen laufen unterdessen weiter.