Eine Straßenbahn der Kinderrechte ist durch Ludwigshafen und Mannheim gefahren. Unter dem Motto „Gemeinsam für morgen! – Kinderrechte sichern, Umwelt schützen!“ brachte die Aktion Mitmachangebote, Gespräche und Informationen zu Kinderrechten sowie Klima- und Umweltschutz zu Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in beiden Städten.

Die Städte Ludwigshafen und Mannheim teilten mit, dass die bunt geschmückte Bahn auf die UN-Kinderrechte aufmerksam machte. Während der Fahrt wurde gesungen, gebastelt und gemalt. Die Teilnehmenden bauten kleine Städte aus Lego, erfuhren mehr über Kinderrechte und übten Fahrradfahren.

Mitmachangebote und Gespräche an den Haltestellen

An ausgewählten Haltestellen gab es Snacks sowie Besuche bei der Klimaschutzagentur und der Jugendfarm. Ein zentraler Programmpunkt war eine Gesprächsrunde mit Lars Pletscher, Ludwigshafener Bürgermeister für Kultur, Jugend, Schulen und Familie, und Mannheims Bildungsbürgermeister Dirk Grunert.

Kinder und Jugendliche fragten die beiden Bürgermeister unter anderem nach ihren Ämtern und Aufgaben. Außerdem sprachen sie über sichere Spielplätze und Schulhöfe, Müll im öffentlichen Raum und Mobbing an Schulen. Auch der Erhalt des Jugendtreffs Feudenheim wurde thematisiert.

Umwelt- und Klimaschutz als Teil der Kinderrechte

Die Aktion verband die Rechte von Kindern mit dem Schutz von Klima und Umwelt. Nach Angaben der Städte sind Kinder und Jugendliche besonders von Umweltzerstörung, Luftverschmutzung, Hitze, Wasserknappheit und Extremwetter betroffen. Diese Folgen können ihre Gesundheit, Entwicklung und Zukunftschancen beeinträchtigen.

Lars Pletscher erklärte, Umwelt- und Klimaschutz seien eng mit der Verwirklichung von Kinderrechten verbunden. Die Straßenbahn sollte Kinder, Jugendliche und Erwachsene spielerisch für diesen Zusammenhang sensibilisieren. Zugleich sollten Institutionen dazu ermutigt werden, Kinderrechte bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen und passende Projekte umzusetzen.

Dirk Grunert verwies auf den General Comment Nummer 26 zur UN-Kinderrechtskonvention. Dieser betone das Recht von Kindern auf eine gesunde, saubere und nachhaltige Umwelt und benenne staatliche Pflichten zum Schutz heutiger und künftiger Generationen. Gerade in den Kommunen zeige sich, wie Kinderrechte umgesetzt würden. Deshalb müssten Kinderrechte, Kinderschutz sowie Klima- und Umweltschutz zusammen betrachtet werden.

Aktion über Stadt- und Landesgrenzen hinweg

Die Fahrt führte durch zwei Städte und zwei Bundesländer. Damit sollte sichtbar werden, dass die UN-Kinderrechte für alle Kinder unabhängig von Grenzen gelten. Eine Kinderrechte-Straßenbahn war bereits 2010 in Ludwigshafen und Mannheim sowie 2014 in Ludwigshafen unterwegs.

Die diesjährige Aktion stand außerdem im Zeichen zweier Jubiläen: Das Kinder- und Jugendbüro Ludwigshafen und die Kinderbeauftragte der Stadt Mannheim bestehen seit 30 Jahren. Beide Einrichtungen arbeiten nach Angaben der Städte seit drei Jahrzehnten bei der kommunalen Umsetzung der UN-Kinderrechte zusammen.

Das Motto stammt aus der Woche der Kinderrechte Rheinland-Pfalz, die vom 20. bis 27. September 2026 stattfindet. Das Land stellt dabei das Recht auf eine saubere und gesunde Umwelt in den Mittelpunkt. Das Kinder- und Jugendbüro Ludwigshafen beteiligt sich seit 2007 an der Aktionswoche. Mannheim trägt seit Januar 2023 das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“.