In Ludwigshafen sorgt der Bau eines Kindergartens an der Freinsheimer Straße für Kritik von Naturschutzverbänden. Auf einem Privatgrundstück haben nach Angaben des Wochenblatt Reporters bereits Arbeiten begonnen. Am Bauzaun weist ein Schild auf die erteilte Baugenehmigung hin. Die Baustelle grenzt unmittelbar an das Maudacher Bruch.

Die Verbände bemängeln, dass sie vor Beginn der Arbeiten nicht eingebunden worden seien. Aus ihrer Sicht seien zentrale Fragen zum Eingriff in die Natur und zu den Folgen für das Wohnumfeld bislang nicht ausreichend öffentlich diskutiert worden.

Kritik an Versiegelung und Baumfällungen

Besonders umstritten sind die aus Sicht der Naturschutzverbände erhebliche Flächenversiegelung und die Fällung von Bäumen. Dadurch werde in die Landschaft eingegriffen. Den Verlust der Gehölze bedauern die Verbände auch deshalb, weil alte Bäume das Landschaftsbild geprägt hätten und Schatten sowie ein angenehmeres Umfeld für Kinder geboten hätten.

Die unmittelbare Nähe zum Maudacher Bruch bewerten die Naturschützer als besonders problematisch. Sie befürchten zusätzliche Verkehrsverbindungen und mehr Verkehr in einem Umfeld, das überwiegend durch Wohnnutzung geprägt ist. Offen seien außerdem Fragen zur Verkehrserschließung und zur Parksituation.

Verbände verlangen Antworten zu Genehmigungen und Kontrollen

In einer Stellungnahme fragen die Naturschutzverbände, welche Stellen die Eingriffe in die Natur, den Zeitpunkt der Baumfällungen und das Ausmaß der Versiegelung geprüft und genehmigt haben. Auch die grundsätzliche Entscheidung für den Standort des Kindergartens stellen sie infrage.

„Nach Ansicht der Verbände sollten solche Fragen durch gewählte Gremien und Fachleute geklärt werden“, sagt Sabine Laubner-Draheim von der BUND Kreisgruppe.

Die Verbände sehen den Vorgang nach eigenen Angaben als weiteres Beispiel für problematische Entwicklungen im Ludwigshafener Stadtgebiet. Als Vergleich verweisen sie auf die Diskussionen um den Alwin-Mittasch-Park, an denen aus ihrer Sicht ähnliche Missstände sichtbar geworden seien.

Damit konzentriert sich die aktuelle Auseinandersetzung nicht nur auf den Bau des Kindergartens, sondern auch auf die Frage, wie Natur- und Anwohnerinteressen bei solchen Projekten berücksichtigt und öffentlich nachvollziehbar gemacht werden. Eine Stellungnahme der Stadt oder der weiteren Verantwortlichen wird im vorliegenden Beitrag nicht wiedergegeben.