Ein Abend zwischen Jazzgeschichte und Gegenwart: Der amerikanische Pianist Jason Moran trat beim Festival Enjoy Jazz als Solist in der Friedenskirche in Ludwigshafen auf. Im Mittelpunkt stand die Musik von Duke Ellington.

Ellington als Ausgangspunkt

Moran widmete sich einem reinen Ellington-Programm und nahm damit das Werk eines der prägenden Komponisten des Jazz in den Mittelpunkt. Dabei ging es nicht um eine bloße Wiederholung historischer Vorlagen. Der Pianist verband die Tradition mit der Gegenwart und suchte nach eigenen Klangwegen.

Für das Konzert brachte Moran die Musik Ellingtons allein am Klavier in die Ludwigshafener Friedenskirche. Die Besetzung als Solist gab ihm Raum, das Material individuell zu gestalten und seine eigene musikalische Perspektive herauszuarbeiten.

Erfahrung bei Enjoy Jazz

Jason Moran war bereits in anderen Formationen beim Festival Enjoy Jazz zu erleben. Er spielte mit der Band von Charles Lloyd und trat außerdem im Duo mit Archie Shepp auf. Das Konzert in Ludwigshafen stellte nun seine Arbeit als Solist in den Vordergrund.

Seine intensive Beschäftigung mit Ellington reicht laut dem Bericht bis ins Jahr 1999 zurück. Damals habe Moran den musikalischen „Berg“ Ellington in voller Größe erblickt. Das aktuelle Programm knüpfte an diese langjährige Auseinandersetzung an und übersetzte sie in eine persönliche, zeitgenössische Lesart.

Das Konzert in der Friedenskirche zeigte damit, wie ein einzelner Pianist ein fest in der Jazzgeschichte verankertes Repertoire aufnehmen und daraus neue musikalische Wege entwickeln kann.