Die Ausstellung „Politik am Küchentisch“ im Hackmuseum ist mit einem ungewöhnlichen Rundgang zu Ende gegangen: Kuratorin Julia Thiemann traf sich am Donnerstag mit Besucherinnen und Besuchern in einem nahe gelegenen Discounter in Ludwigshafen.

Statt durch Museumsräume führte die Abschlussveranstaltung durch den Supermarkt. Auf dem Programm stand die Audioarbeit „Pretend you’ve got no money“ der Künstlerin Alicja Rogalska. Die Teilnehmenden hörten die Audiodatei auf ihren Handys und setzten sich dabei mit ihrem eigenen Einkaufsverhalten auseinander.

Alltäglicher Einkauf wird zur Kunstführung

Der Ort bildete einen bewussten Kontrast zum klassischen Museumsbesuch. Normalerweise planen Kuratorinnen und Kuratoren Ausstellungen und führen das Publikum durch die Präsentation. Im Discounter ging es dagegen um eine Tätigkeit, die im Alltag vor allem mit dem Einkaufen verbunden ist.

Gerade diese Selbstverständlichkeit wurde bei der Abschlussführung aufgebrochen: Die Besucher sollten den Einkauf nicht nur als praktischen Vorgang erleben, sondern ihn im Rahmen der Audioführung reflektieren.

Ausstellung beschäftigte sich mit Ernährung

Inhaltlich stand die Veranstaltung im Zusammenhang mit dem Schwerpunkt der Ausstellung. „Politik am Küchentisch“ befasste sich mit Ernährung in der Gegenwartskunst. Die Führung verlagerte dieses Thema aus dem Museum in einen Ort, an dem Lebensmittel ausgewählt und gekauft werden.

Damit endete die Ausstellung nicht mit einer herkömmlichen Führung durch die Museumsräume, sondern mit einem Kunstangebot im nahen Discounter. Die Besucher wurden von Julia Thiemann durch die Audioarbeit begleitet und konnten ihr eigenes Einkaufsverhalten während des Rundgangs betrachten.