Am Gleis 1 des Mannheimer Hauptbahnhofs wird am Freitagnachmittag ein dauerhafter Mahn- und Gedenkort für den getöteten Ludwigshafener Zugbegleiter Serkan Çalar eingerichtet. Familie, Freunde und ehemalige Kolleginnen und Kollegen wollen dort gemeinsam mit Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) an den 36-Jährigen erinnern.

Die öffentliche Gedenkfeier beginnt mit einer Schweigeminute. Çalars Bruder Eray Çalar wird eine Rede halten. Im weiteren Verlauf des Nachmittags sollen Blumen am Gedenkort niedergelegt werden. Der Ort ersetzt eine provisorische Gedenkstätte, die seit der Tat vor rund sieben Monaten am Mannheimer Hauptbahnhof besteht.

Erinnerung an einen Zugbegleiter aus Ludwigshafen

Çalar arbeitete als Zugbegleiter bei der DB Regio Rhein-Neckar mit Sitz in Mannheim. Deshalb wird die Gedenktafel nicht in Ludwigshafen, sondern am Mannheimer Hauptbahnhof enthüllt. Der zweifache, alleinerziehende Vater war Anfang Februar während einer Fahrkartenkontrolle in einem Regionalexpress angegriffen worden. Der Zug war zwischen Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern und Homburg im Saarland unterwegs.

Nach Angaben des Beitrags attackierte ihn ein Fahrgast ohne Ticket. Çalar starb später an einer Hirnblutung. Der dauerhafte Gedenkort soll nach Mitteilung eines Bahnsprechers an den Kollegen und Menschen Çalar sowie an die Tat erinnern und ein Zeichen gegen Gewalt im Nahverkehr setzen.

Familie legt Revision ein

Das Landgericht Zweibrücken verurteilte den Angreifer im Juli wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Haft. Die Familie hat nach Angaben ihres Anwalts Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Die Angehörigen fordern eine Verurteilung wegen Mordes und eine höhere Haftstrafe.