Fünf Monate nach dem Flugzeugabsturz in Limburgerhof bei Ludwigshafen sind die sichtbaren Schäden weitgehend beseitigt. Viele Anwohner beschäftigt das Unglück jedoch weiterhin. Besonders Motorengeräusche am Himmel lösen bei manchen Betroffenen noch immer Anspannung aus.

Das Kleinflugzeug war am 16. Mai im Luftraum über der Gemeinde auseinandergebrochen. Die Trümmer gingen auf ein Wohngebiet nieder und beschädigten zahlreiche Häuser. Die beiden Insassen des Flugzeugs kamen bei dem Absturz ums Leben, am Boden wurde eine Bürgerin leicht verletzt.

Trümmer im Garten und ein mulmiges Gefühl

Marta Schneller war zum Zeitpunkt des Unglücks nicht zu Hause. Als sie zurückkam, lagen Flugzeugteile in ihrem Garten, außerdem war das Dach ihres Hauses beschädigt. Die Reparaturen seien schnell erledigt worden, berichtet sie. Das Erlebte wirkt trotzdem nach: Wenn sie Flugzeug- oder Hubschraubergeräusche hört, zuckt sie nach eigener Aussage noch immer zusammen.

„Hier fliegen viele Flugzeuge und Hubschrauber rum. Man zuckt jedes Mal zusammen und hat ein ganz komisches Gefühl.“

Das betroffene Gebiet erstreckte sich nach Angaben des Berichts über eine Fläche von 400 Metern Länge und 100 Metern Breite. Einige Flugzeugtrümmer waren so schwer, dass sie mit einem Kran geborgen werden mussten. Die Teile wogen mehr als 100 Kilogramm.

Auch Einsatzkräfte waren erschüttert

Der Absturz belastete nicht nur die Anwohner. Silvio Camilotti vom Technischen Hilfswerk Ludwigshafen war als Helfer mit den Folgen des Unglücks konfrontiert. Er wohnt in einem Nachbarort von Limburgerhof und schildert, wie groß die betroffene Fläche und das Ausmaß der Schäden auf ihn wirkten.

„Es war für mich erschreckend, dass sowas bei uns passiert. Was mich vor allem schockiert hat, waren Ausmaß und Umfang: die große Fläche, auf der die Flugzeugteile eingeschlagen sind.“

Nach dem Absturz erhielten sowohl Rettungskräfte als auch Anwohner psychologische Unterstützung. Für Schneller ist die Möglichkeit, dass jederzeit wieder etwas Unvermutetes vom Himmel fallen könnte, inzwischen Teil ihres Alltags geworden. Zugleich betont sie die Bedeutung des Zusammenhalts in der Nachbarschaft.

„Es passieren Sachen auf der Welt und man muss das Beste daraus machen. In der Situation ist Zusammenhalt das Wichtigste. Wir Nachbarn haben viel miteinander gesprochen.“

Ursache weiterhin ungeklärt

Warum das Kleinflugzeug auseinanderbrach und abstürzte, ist bislang nicht abschließend geklärt. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig arbeitet weiterhin an ihrem Gutachten zur Absturzursache. Ein Bericht liegt derzeit noch nicht vor.