Das 22. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen ist eröffnet – und zum Auftakt gehörte die größte Aufmerksamkeit Uwe Ochsenknecht. Tausende Menschen kamen am Mittwoch, 19. August, bei schönem Wetter auf die Parkinsel. Besonders vor dem Eröffnungsfilm „Plötzlich Schwiegervater“ bildeten sich am Roten Teppich lange Schlangen.

Das Festival gilt als zweitgrößtes Filmfest Deutschlands nach der Berlinale. Schon am ersten Abend standen Fotografen, Cineasten und Filmstars im Mittelpunkt des Geschehens. Viele Besucher wollten vor allem Ochsenknecht sehen, der lange in Mannheim lebte. Zahlreiche Menschen warteten auf ein Selfie mit dem Schauspieler.

Mehr als 1.000 Menschen bei der Eröffnung

Als Ochsenknecht zur offiziellen Eröffnung in Zelt B den Raum betrat, reagierten die mehr als 1.000 anwesenden Zuschauer mit minutenlangem Applaus. Sein Film „Plötzlich Schwiegervater“ wurde mit Nina Gummich und Helgi Schmid gezeigt. Damit wurde der Streifen zum zentralen Programmpunkt des Eröffnungsabends.

Darüber hinaus standen vier weitere Produktionen auf dem Auftaktprogramm: „Ein fast perfekter Antrag“, „Die progressiven Nostalgiker“, „A sad and a beautiful world“, „Wie das Leben manchmal spielt“ und der „Thüringenkrimi: Cash“. Das Festival verbindet damit ein umfangreiches Filmprogramm mit persönlichen Begegnungen zwischen Publikum und Filmschaffenden.

Bei der offiziellen Eröffnung sprachen außerdem der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder, Ludwigshafens Oberbürgermeister Klaus Blettner, Katja Scharpwinkel aus dem BASF-Vorstand und Festivalintendant Michael Kötz.

Politik, Kultur und ein Brücken-Witz

Schnieder stellte in seiner Rede die gesellschaftliche Bedeutung der Kultur heraus. Das Festival bezeichnete er als „kulturellen Leuchtturm“. Nach seinen Angaben kamen im vergangenen Jahr mehr als 130.000 Besucher nach Ludwigshafen. Blettner hob in seiner Ansprache den besonderen Veranstaltungsort hervor und nahm zugleich die Ludwigshafener Brückenprobleme humorvoll auf.

„Andere Städte rollen für ein solches Festival den roten Teppich aus. Wir stellen gleich eine ganze Insel zur Verfügung“, sagte der Oberbürgermeister. Das Festival sei ein Ort, an dem Kunst und Publikum auf Augenhöhe zusammenkämen. Für Lacher sorgte anschließend ein wiederkehrender Verweis auf die Brücken der Stadt.

Als Blettner über Ochsenknecht sprach, der „uff der onner Seit von der Brigg“ gelebt habe, ergänzte er: „Man beachte den Singular.“ Dafür gab es laut dem Bericht tosenden Applaus. Filmproduzentin Doris Zander lobte die lockere Ansprache und erklärte, sie sei es aus Berlin nicht gewohnt, dass Politiker humorvoll und entspannt auftreten.

Das Festival des deutschen Films läuft in diesem Jahr zum 22. Mal auf der Parkinsel. Der Auftakt zeigt bereits, warum die Veranstaltung für Ludwigshafen weit über die Stadt hinaus Aufmerksamkeit erzeugt: Ein großes Publikum trifft auf deutsche Filmproduktionen und bekannte Namen vor einer besonderen Kulisse.