Für Ute aus Heidelberg beginnt der Besuch des 22. Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen lange vor dem ersten Film: Sie fährt 22 Kilometer bis zur Zeltstadt am Rhein. Gemeinsam mit Familie und Freunden gehört der Festivalbesuch für die 61-Jährige zu den besonderen Ereignissen im Jahr.

Während sich andere Besucherinnen und Besucher bei Speisen aus der Festivalgastronomie stärken und miteinander austauschen, vertieft sich Ute in das Programmheft. Sie plant ihre Festivalbesuche bewusst mit ihrer Familie und Freunden – mindestens zu viert kommen sie nach Ludwigshafen.

Familienereignis statt gewöhnlicher Kinobesuch

Das Freiluftkino, die Rheinbrise und die Zeltstadt prägen für sie die Stimmung des Festivals. Der Aufenthalt ist damit mehr als ein einzelner Kinobesuch: Er verbindet das gemeinsame Filmerlebnis mit festen Abläufen und Zeit für Gespräche.

„Wir kommen mindestens zu viert“, erzählt Ute über die Besuche. Früher sei Kino ihre wichtigste Freizeitbeschäftigung gewesen. Im Laufe der Jahre sei das zwar „ein bisschen weniger geworden“. Gerade deshalb sei die gemeinsame Zeit beim Filmfestival für sie umso kostbarer.

Vorfreude auf „22 Bahnen“

In Ludwigshafen richtet sich Utes Aufmerksamkeit unter anderem auf den Film „22 Bahnen“. Die Vorfreude auf das Programm, die Fahrt aus Heidelberg und das Wiedersehen mit Familie und Freunden gehören für sie ebenso zum Festival wie die Filme selbst.

Das Festival lebt nach der Schilderung der Besucherin nicht allein von seinem Programm. Auch die Atmosphäre unter freiem Himmel, die Rheinlage und das Zusammensein in der Zeltstadt machen den Aufenthalt für sie zu einem wiederkehrenden Ritual.