Frankenthal plant den Aufbau eines neuen Fernwärmenetzes und will dabei mit den eigenen Gebäuden vorangehen. Stadt und Stadtwerke Frankenthal haben am 19. Oktober 2026 im Rathaus eine gemeinsame Interessensbekundung unterzeichnet. Damit soll geprüft werden, welche Schulen, Kindertagesstätten, Sporthallen, Verwaltungsgebäude und das Rathaus technisch und wirtschaftlich an das geplante Netz angeschlossen werden könnten.

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung von Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer, Beigeordnetem Bernd Leidig und Stadtwerke-Geschäftsführer Volkmar Langefeld. Die Zusammenarbeit soll die kommunale Wärmewende unterstützen und langfristig eine klimafreundlichere Wärmeversorgung in Frankenthal ermöglichen.

Öffentliche Gebäude haben hohen Wärmebedarf

Im vorgesehenen Fernwärmegebiet hat die Stadt zahlreiche kommunale Gebäude und Verbrauchsstellen erfasst. Zusammen kommen sie auf einen jährlichen Wärmebedarf von rund 9,75 Millionen Kilowattstunden. Dieses Volumen könnte für die weitere Planung und die wirtschaftliche Entwicklung des Netzes eine wichtige Grundlage bilden.

Nun soll im Detail untersucht werden, welche Gebäude für einen Anschluss geeignet sind. Eine besondere Rolle spielen Häuser, deren Heizungsanlagen in den kommenden Jahren ohnehin modernisiert werden müssen. Die notwendigen Investitionen könnten dann mit dem Aufbau der neuen Wärmeversorgung abgestimmt werden.

Die Interessensbekundung ist allerdings noch keine endgültige Entscheidung für den Anschluss einzelner Gebäude. Zunächst müssen die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen geprüft werden.

Geplante Wärmequelle liegt im regionalen Verbund

Das Projekt ist Teil einer Zusammenarbeit der Stadtwerke Frankenthal mit den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL) und BASF. Vorgesehen ist, Wärme aus dem gereinigten Abwasser der BASF-Kläranlage in Frankenthal zu nutzen. Eine Großwärmepumpe soll die bislang weitgehend ungenutzte Energiequelle für die Wärmeversorgung erschließen.

Nach Angaben der Projektbeteiligten könnte die Nutzung dieser Abwasserwärme helfen, vorhandene Energie effizienter einzusetzen und die Wärmeversorgung langfristig klimafreundlicher zu machen. Für Ludwigshafen ist vor allem die Beteiligung der Technischen Werke relevant: Das Vorhaben verbindet kommunale Wärmeplanung in Frankenthal mit einem regionalen Energieprojekt unter Einbindung von TWL und BASF.

Investitionsentscheidung bis Ende 2026 angestrebt

Die Stadt und die Stadtwerke wollen mit der Prüfung der eigenen Gebäude mehr Planungssicherheit schaffen. Oberbürgermeister Meyer sieht in Fernwärme eine Möglichkeit, regionale Energiepotenziale besser zu nutzen, den Klimaschutz voranzubringen und eine leistungsfähige Infrastruktur aufzubauen. Zugleich soll die Zusammenarbeit von Kommunen, Energieversorgern und Industrie die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Frankenthal stärken.

Die finale Investitionsentscheidung für das Gesamtprojekt wird voraussichtlich bis Ende 2026 angestrebt. Nach dem aktuellen Planungsstand sollen die Arbeiten an der Wärmequelle 2027 beginnen. Parallel ist die detaillierte Planung des Verteilnetzes vorgesehen. Erste Bereiche des geplanten Fernwärmenetzes könnten bis Ende 2029 mit Wärme versorgt werden.

Weitere Informationen zur geplanten Wärmeversorgung stellt die Projektseite waerme-frankenthal.de bereit.