Die Rheinfähre zwischen Altrip und Mannheim kann wegen des extremen Niedrigwassers nur noch eingeschränkt genutzt werden. Seit Samstag werden nach Angaben des Geschäftsführers der Rheinfähre Altrip GmbH, Jürgen Jacob, ausschließlich Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von höchstens 3,5 Tonnen übergesetzt. Schwerere Fahrzeuge dürfen aus Sicherheitsgründen derzeit nicht mehr mitfahren.
Damit verschärft sich die Verkehrslage für Menschen, die zwischen der Pfalz und Mannheim unterwegs sind. Die Fähre hat seit der vollständigen Sperrung der Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen deutlich an Bedeutung gewonnen. Viele Autofahrer nutzen die Verbindung, um Staus auf Mannheimer Straßen und auf der weiterhin geöffneten Konrad-Adenauer-Brücke zu umgehen.
Fahrrinne wurde bereits freigeschaufelt
Der Rheinpegel sinkt weiter. In der vergangenen Woche wurde die Fahrrinne bereits mit einem Bagger freigeschaufelt, damit der Fährbetrieb zunächst aufrechterhalten werden konnte. Auch das neue Fährschiff, das erst seit Oktober im Einsatz ist, wurde ausdrücklich für Niedrigwasserphasen konstruiert.
Ob und bis zu welchem Pegelstand das Schiff noch sicher eingesetzt werden kann, ist jedoch offen. Laut Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz sollte der Pegel in Mannheim im Laufe des Sonntags unter 80 Zentimeter fallen. Für die folgenden Tage wurde ein weiterer Rückgang erwartet. Wie lange die Fähre zwischen Altrip und Mannheim unter diesen Bedingungen noch fahren kann, lässt sich derzeit nicht absehen.
Brückensperrung erhöht Bedeutung der Fähre
Die Auslastung der Fähre ist seit vergangenem Mittwoch merklich gestiegen. Hintergrund ist die Sperrung der nördlichen Rheinbrücke für Kraftfahrzeuge. Die Kurt-Schumacher-Brücke ist zwischen Mannheim und Ludwigshafen komplett gesperrt; als Querungsmöglichkeit für den motorisierten Verkehr bleibt damit in der Region die Konrad-Adenauer-Brücke.
Die Sperrung betrifft auch den Verkehr aus Ludwigshafen. Grund sind Arbeiten am Nordbrückenkopf auf Ludwigshafener Seite. Dort wird die Hochstraße Nord abgerissen und durch eine ebenerdige Stadtstraße ersetzt. Ursprünglich sollte die Brücke in Richtung Ludwigshafen offenbleiben. Unerwartet große Schäden an der Abfahrt machten dies jedoch unmöglich.
Nach den vorliegenden Angaben soll die Sperrung mindestens vier Jahre dauern. Für Verkehrsteilnehmer bleibt die Altriper Fähre damit eine wichtige Ausweichroute – zugleich hängt ihre weitere Nutzbarkeit vom Verlauf des Niedrigwassers ab. Eine konkrete Prognose, wann der Fährbetrieb vollständig eingestellt werden müsste, liegt bislang nicht vor.