Über Ludwigshafen ist aktuell ein weithin sichtbarer Fackelschein mit Rauch zu sehen. Die Flamme stammt vom Gelände der BASF und ist nach Angaben des Unternehmens auch in Mannheim gut erkennbar. Eine Sprecherin der BASF bestätigte dem „Mannheimer Morgen“ auf Anfrage, dass ein sogenannter Steamcracker die Quelle des Feuerscheins ist.
Wie lange die Fackeltätigkeit noch andauert, lässt sich derzeit nicht sagen. Weitere Informationen will die BASF dem Bericht zufolge demnächst in einer Pressemitteilung veröffentlichen. Bis dahin liegen nach derzeitigem Stand keine näheren Angaben zur Dauer des Vorgangs vor.
Warum die BASF-Fackel sichtbar brennt
Fackeln gehören zu den Sicherheitseinrichtungen auf dem Werksgelände. Wie die BASF in einer früheren Mitteilung zu einem Fackelschein erklärte, wird in solchen Situationen überschüssiges Gas über eine Fackel verbrannt. Das geschieht meist, wenn es einen technischen Defekt in einer Anlage gibt. Für Anwohner und Menschen in der Umgebung kann der Vorgang neben dem sichtbaren Feuerschein auch Rußbildung und Lärm bedeuten.
Der aktuelle Bericht nennt keine weiteren Einzelheiten zu einem möglichen technischen Defekt und macht auch keine Angaben dazu, ob von dem Vorgang eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Fest steht nach Unternehmensangaben lediglich, dass der Fackelschein mit dem Betrieb eines Steamcrackers auf dem BASF-Gelände zusammenhängt.
Steamcracker sind zentrale Anlagen am Standort
Die beiden Steamcracker haben für das Ludwigshafener Werk eine wichtige Funktion. Der BASF zufolge zählen sie zu den größten Produktionsanlagen des Standorts und bilden das Herzstück des Werks. Dort entstehen zahlreiche chemische Grundbausteine, die anschließend für die Produktion in Ludwigshafen benötigt werden.
„Die beiden Steamcracker zählen zu den größten Produktionsanlagen der BASF in Ludwigshafen und bilden das Herzstück des Werks. Hier entstehen eine ganze Reihe wichtiger chemischer Grundbausteine für die Produktion am Standort“
Der erste Cracker wurde 1965 fertiggestellt. 1980 kam der zweite hinzu; seine Kapazität ist etwa doppelt so hoch. Der Cracker II erstreckt sich laut den vorliegenden Angaben über rund 64.000 Quadratmeter – eine Fläche von ungefähr 13 Fußballfeldern. Beide Anlagen arbeiten weitgehend unabhängig voneinander.
Für Ludwigshafen bedeutet der aktuelle Fackelschein damit vor allem ein weithin sichtbares Ereignis über dem BASF-Standort. Die genaue Dauer bleibt offen. Über neue Informationen soll eine Mitteilung des Unternehmens informieren.