Ein Benefizspiel der Eulen Ludwigshafen ist in Friesenheim zu einem bewegenden Zeichen der Solidarität für den getöteten Zugbegleiter Serkan Çalar geworden. In der Halle erinnerten die Handballer, Angehörige und Zuschauer an den Familienvater, der Anfang Februar bei einer Fahrkartenkontrolle in einem Zug bei Landstuhl tödlich angegriffen worden war.

Besonders emotional war der Auftritt von Çalars beiden Söhnen. Die Kinder liefen bei der Begegnung als Einlaufkinder mit den Mannschaften in die Halle ein. Auf den Trikots stand eine Gedenkbotschaft für ihren Vater. Vor dem Anpfiff legten die Beteiligten außerdem eine Schweigeminute ein. Die Organisatoren wollten damit Mitgefühl zeigen und den Zusammenhalt mit der Familie deutlich machen.

Rund 5.000 Euro für die Familie gesammelt

Das Spiel hatte nicht nur einen erinnernden, sondern auch einen praktischen Zweck. Während des Benefizabends wurde Geld für die Familie Çalar gesammelt. Nach Angaben des Veranstalters kamen dabei etwa 5.000 Euro zusammen.

Bei der Veranstaltung waren neben den beiden Söhnen auch die Eltern und Brüder des Verstorbenen sowie weitere Verwandte anwesend. Damit wurde die Gedenkveranstaltung in der Ludwigshafener Halle zu einem gemeinsamen Moment für die Familie und die Menschen, die ihre Anteilnahme ausdrücken wollten.

Angriff bei Fahrkartenkontrolle löste bundesweit Bestürzung aus

Serkan Çalar war laut den vorliegenden Angaben Anfang Februar bei Landstuhl während einer Fahrkartenkontrolle angegriffen worden. Ein Fahrgast soll ihn so schwer geschlagen haben, dass der Zugbegleiter an den Folgen einer Hirnblutung starb. Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen und hatte auch in Ludwigshafen eine starke Anteilnahme ausgelöst.

Çalar war alleinerziehender Vater. Seine beiden Kinder sind nach dem Bericht zwölf und zehn Jahre alt. Nach seinem Tod versammelten sich in Ludwigshafen bereits mehr als tausend Menschen vor einer Moschee zu einem Totengebet für den Zugbegleiter.

Revision nach Urteil des Landgerichts Zweibrücken

Auch juristisch ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Nach dem Urteil des Landgerichts Zweibrücken haben sowohl die Nebenklage als auch die Verteidigung Revision eingelegt. Damit wird geprüft, ob das Urteil Rechtsfehler enthält. Nach Angaben des Berichts könnte der Prozess deshalb neu verhandelt werden.

Das Landgericht Zweibrücken hatte zuvor eine zehnjährige Haftstrafe verhängt. Der Bericht nennt außerdem neue Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft und weist darauf hin, dass der Verdächtige die Tat eingeräumt hat. Weitere Schritte hängen nun vom Revisionsverfahren und der Prüfung durch den Bundesgerichtshof ab.