Der ESV Ludwigshafen steht am Sonntag vor einem Duell auf Augenhöhe mit dem FSV Schifferstadt. Anpfiff ist um 15 Uhr. Der Aufsteiger möchte gegen den Absteiger aus der vergangenen Saison wieder sein starkes Heimgesicht zeigen – bislang gewann der ESV alle drei Heimspiele, verlor aber jede seiner drei Partien auf fremdem Platz.
Die Ausgangslage ist für die „Eisenbahner“ dennoch anspruchsvoll. Am vergangenen Sonntag unterlag die Mannschaft von Trainer Denis Rothweiler beim Tabellenführer in Knittelsheim mit 0:5. „Der Gegner ist nicht umsonst Tabellenführer. Knittelsheim war griffiger und in allen Belangen besser“, sagte Rothweiler. Besonders missfiel ihm die Reaktion seines Teams nach dem 0:3: Der ESV marschierte weiter nach vorn, zeigte dabei aber eine schlechte Rückwärtsbewegung. Weil ihm der Auftritt nicht gefallen hatte, setzte der Trainer nach dem Abpfiff noch auf dem Platz zu einer Manöverkritik an – ungewöhnlich für ihn.
Rothweiler muss die Abwehr umbauen
Mehr Sorgen als die ungewöhnliche Heim-Auswärts-Bilanz bereitet dem Coach die Personalsituation in der Defensive. Innenverteidiger Daouda Diallo ist nach seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen Ruchheim für sechs Partien gesperrt. Sein damaliger Nebenmann Fabio Fleischer hat sich erneut am Knie verletzt und fällt voraussichtlich zunächst aus.
Rothweiler kann zwar auf einen breiten Kader zurückgreifen, dürfte aber Marcel-Ioan Coltis von der Sechs in die Innenverteidigung zurückziehen. Kapitän Timo Wollnik kehrt nach einer zweiwöchigen Trainingspause wegen einer Zahnoperation in die Startformation zurück. Auch Stürmer Hasan Yüceer steht nach seinem berufsbedingten Ausfall in Knittelsheim wieder zur Verfügung. Verteidiger Angelo Martinello könnte erneut eine Bewährungschance erhalten.
Dass die Heimstärke nicht allein mit dem Untergrund zu erklären ist, zeigt auch die Bilanz der Spielflächen: Fünf der sechs bisherigen Begegnungen bestritt der ESV auf Naturrasen, nur eine auf Kunstrasen. Warum die Leistungen zu Hause und auswärts so deutlich auseinandergehen, bleibt für Rothweiler daher ein Rätsel.
Schifferstadt reist mit zehn Punkten an
Der FSV Schifferstadt kam zuletzt zu Hause gegen den Neuling Maikammer nicht über ein 0:0 hinaus. Trainer Jan Drese sieht das Ergebnis jedoch nicht als Rückschritt. Maikammer habe sehr defensiv gespielt und auf Konter gewartet. Schifferstadt hatte zwar mehr Ballbesitz und gute Ideen, spielte nach der Pause aber in einigen Szenen unsauber. Zudem fehlten dem FSV offensive Alternativen.
Mit zehn Punkten steht Schifferstadt aktuell auf Tabellenplatz fünf. Die bisher erzielten elf Tore werden allerdings nur von fünf Mannschaften unterboten. Nach dem großen personellen Umbruch im Sommer ist Drese mit dem Saisonstart zufrieden. Verletzungsbedingt fehlen Ognjen Dejanovic, Mike Schütz und Kevin Weick; Stürmer Pascal Cholewa kehrt dagegen in den Kader zurück.
Für Torwarttrainer Tobias Grätz wird die Partie besonders emotional. Grätz spielte lange für den ESV. Sein Vater Bernhard führte die „Eisenbahner“ 2018 als Trainer in die Bezirksliga. Bei seiner Rückkehr erwartet ihn deshalb ein besonderer Empfang. Taktisch setzt Drese auf Flexibilität und möglichst wenige Fehler. „Entscheidend wird sein, ob unsere jungen Wilden ihre PS auf die Straße bekommen“, sagt er. Zugleich warnt er vor der ESV-Anhängerschaft, die den Platz an der Bahnlinie in einen Hexenkessel verwandeln könne.