Ein Erdbeben mit Epizentrum bei Worms hat am frühen Abend auch zahlreiche Menschen in Ludwigshafen aufgeschreckt. Die Erdstöße waren außerdem in Mannheim und Heidelberg spürbar. Nach Angaben des Landesamts für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz hatte das Beben eine Magnitude von 3,5. In einer weiteren Einordnung wird die Stärke mit 3,4 angegeben.
Das Beben führte zu zahlreichen Anrufen bei der Polizei. Schäden oder Verletzte werden in dem vorliegenden Bericht nicht genannt. Für die Region war der Erdstoß nach Einschätzung des Geologen Andreas Tschauder vergleichsweise stark, international betrachtet handelte es sich jedoch um ein mäßig starkes Erdbeben.
Warum das Beben nicht vorhergesagt werden konnte
Der Oberrheingraben ist als Erdbebenzone 1 und damit als Gebiet mit geringer Erdbebengefährdung klassifiziert. Leichtere Erdbeben seien dort grundsätzlich zu erwarten, erklärt Tschauder, der Direktor des Landesamts für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz ist. Dass der Erdstoß dennoch überraschend kam, sei nicht ungewöhnlich: „Erdbeben kann man nicht vorhersagen.“
Als Ursache nennt der Experte Spannungen, die aus der Kollision der afrikanischen mit der eurasischen Erdplatte entstehen. Neben häufigen leichten Beben seien im Oberrheingraben auch stärkere Erschütterungen möglich. Katastrophale Beben mit großen Zerstörungen wie in Japan oder der Türkei seien dort jedoch nicht zu erwarten. Die unterirdischen Strukturen am Oberrhein seien dafür zu kleinteilig.
Was Bewohner in Ludwigshafen beachten sollten
Für Menschen in Ludwigshafen und der weiteren Region besteht nach der Einschätzung des Experten kein Grund zur Panik. Wichtig sei, bei einem Beben Ruhe zu bewahren. Eine konkrete Vorsorgemaßnahme betrifft die Einrichtung: Schränke und Regale sollten grundsätzlich an der Wand befestigt werden. So können sie bei Erschütterungen nicht umstürzen und Menschen verletzen.
Tschauder verweist außerdem darauf, dass die Beben im Oberrheingraben nicht mit dem Klimawandel zusammenhängen. Zwar gibt es laut einer Studie des Deutschen GeoForschungsZentrums in Potsdam und der University of Southern California Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Klimawandel und mehr Erdbeben in Küstenregionen. Für die Erdbeben am Oberrhein treffe das jedoch nicht zu.
Als Vergleich nennt der Experte das Erdbeben von Roermond in den Niederlanden aus dem Jahr 1992. Es erreichte eine Stärke von 5,9 auf der Richterskala, war in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie bis Berlin und München zu spüren und verursachte unter anderem Schäden am Kölner Dom und am Aachener Dom.