Ein Erdbeben hat am Donnerstagabend die Region zwischen Worms, Mannheim und Ludwigshafen erschüttert. Beim Polizeipräsidium Ludwigshafen gingen rund um den Zeitpunkt des Bebens mehrere Notrufe ein. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei gab es weder Verletzte noch Hinweise auf größere Sachschäden.
Das Beben ereignete sich um 17.27 Uhr. Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung und der Landeserdbebendienst Baden-Württemberg gaben die Stärke zunächst mit 3,3 beziehungsweise 3,4 an. Das Epizentrum lag nach Angaben des rheinland-pfälzischen Landesamts für Geologie und Bergbau südlich von Worms und nordwestlich von Bobenheim-Roxheim.
Polizei in Ludwigshafen: Lage unter Kontrolle
Das Polizeipräsidium Ludwigshafen ist auch für Worms zuständig. Rund um die Erschütterung gingen dort einige Notrufe ein. Ein Polizeisprecher sagte auf Anfrage: Hier hat es gewackelt. Die Lage sei jedoch unter Kontrolle gewesen. Sicherheitshalber waren Streifen in der Region unterwegs.
Auch aus Mannheim meldete die Polizei eingegangene Anrufe. Ein Sprecher berichtete, dass die Erschütterungen sogar im Polizeipräsidium zu spüren gewesen seien. Hinweise auf Verletzte oder Schäden lagen dort zunächst ebenfalls nicht vor.
Die Erschütterungen waren nach den vorliegenden Angaben in einem Umkreis von rund 20 Kilometern um das Epizentrum spürbar. Berichte gab es auch aus dem südhessischen Lampertheim. Dort sollen Häuser gewackelt haben. Über die Warn-App „Nina“ wurde ebenfalls über das Beben informiert.
Mehrere Sekunden Bewegung in Worms
In Gebäuden im Wormser Stadtzentrum war das Beben laut einer dpa-Reporterin deutlich wahrnehmbar. In den Häusern wackelte es mehrere Sekunden. Betroffene berichteten, sie hätten zunächst gedacht, dass ein Fahrzeug gegen ihr Gebäude gefahren sei. Auf den Straßen blieb die Lage nach dem Ereignis ruhig.
Bei der Wormser Polizei gingen deutlich mehr Anrufe als gewöhnlich ein. Ein Sprecher sprach von einer kleinen bis mittleren zweistelligen Zahl von Meldungen. Er selbst habe das Beben auf der Dienststelle wahrgenommen. In einem Wormser Stadtteil fiel außerdem ein Baum um. Ob der Sturz tatsächlich durch das Erdbeben verursacht wurde, konnte die Polizei nicht sicher sagen.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder erklärte: Es gab keine Personenschäden, es muss sich keiner weiter sorgen. Die Stadt Worms wies zugleich darauf hin, dass spürbare Nachbeben in den kommenden Tagen möglich, aber nicht sicher seien.
Was die Stärke des Bebens bedeutet
Die Stärke von Erdbeben wird mit Magnitudenwerten angegeben. Beben unter drei gelten als extrem leicht und werden meist nur von Seismografen registriert. Erschütterungen mit einem Wert unter vier können für Menschen bereits spürbar sein. Zwischen den Werten fünf und sechs können nach der im Artikel erläuterten Einordnung an einigen Gebäuden ernste Schäden entstehen. Als stark gelten Beben ab einer Magnitude von 6,0; dann können im Umkreis von bis zu 70 Kilometern um das Epizentrum Zerstörungen auftreten.
Ein Ereignis wie das Beben in der Rhein-Neckar-Region wird weltweit nach den Angaben im Ausgangsbericht etwa 135-mal täglich gemessen. Starke Beben ab Magnitude 6 treten weltweit etwa 130-mal pro Jahr auf. In Deutschland bebt die Erde ebenfalls regelmäßig, doch nur sehr selten stürzen dabei Häuser ein.
Erdbebenforscher registrieren ständig minimale Bodenbewegungen. Spürbar werden sie vor allem, wenn das Beben besonders stark ist oder der Herd nahe an der Erdoberfläche liegt. Einen Trend zu häufigeren oder stärkeren Bodenbewegungen erkennen Experten laut Bericht nicht. Als einen möglichen geologischen Hintergrund nennt der Artikel außerdem die langsame Hebung der Erdplatten nach dem Abschmelzen der Eisschilde der letzten Eiszeit.