Die Selbsthilfegruppe Epilepsie Ludwigshafen und Umgebung besteht seit zehn Jahren. Im Mittelpunkt des Jubiläums steht Sprecherin Sybille Burmeister, die sich dafür engagiert, Epilepsie aus der Tabuzone zu holen.
Burmeister macht deutlich, dass die Erkrankung nicht die gesamte Persönlichkeit eines Menschen bestimmen soll: „Ich bin keine Epileptikerin. Ich bin nicht meine Krankheit.“ Mit dieser Haltung will sie Betroffenen Mut machen und den Blick auf den Menschen hinter der Diagnose lenken.
Ein Anfall kann das Leben plötzlich verändern
Für Menschen, die einen epileptischen Anfall erleben, ist die Situation zunächst häufig ein großer Schock. Die Erkrankung kann mit erheblicher Verunsicherung verbunden sein, weil ein Anfall manchmal völlig unerwartet auftritt und den Alltag sowie die persönliche Lebensplanung auf den Kopf stellt.
Betroffen sein können laut dem Bericht nicht nur Erwachsene. Epileptische Anfälle können ebenso bei Kindern und Jugendlichen wie bei älteren Erwachsenen auftreten. Damit betrifft das Thema Familien und Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen.
Selbsthilfe gegen Unsicherheit und Schweigen
Die Ludwigshafener Gruppe bietet den Rahmen, in dem die Erkrankung nicht verschwiegen werden muss. Ihr zehnjähriges Bestehen lenkt den Blick auf die Bedeutung von Selbsthilfe und auf Burmeisters Einsatz, Epilepsie öffentlich anzusprechen.
Eine im Bericht genannte Zahl verdeutlicht die Verbreitung: „Jeder zehnte Mensch erlebt einmal im Leben einen epileptischen Anfall.“ Die Gruppe will dazu beitragen, dass daraus nicht zusätzlich Ausgrenzung oder Scham entstehen.