In Ludwigshafen ist eine kostenlose Filmvorführung über das ehemalige SS-Sonderlager beziehungsweise Konzentrationslager Hinzert angekündigt. Die Naturfreundejugend Rheinland-Pfalz zeigt den Dokumentarfilm „Dir sid nët vergiess!“ in der betonbLUme an der Hartmannstraße 45. Der Einlass soll ab 18 Uhr möglich sein, der Film voraussichtlich um 18.30 Uhr beginnen. Einen konkreten Veranstaltungstag nennt die veröffentlichte Ankündigung allerdings nicht.
Der Beitrag des Wochenblatt-Reporters wurde am 8. September 2026 um 9.32 Uhr veröffentlicht. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet die fehlende Datumsangabe: Vor dem Besuch sollte geprüft werden, wann die Vorführung tatsächlich stattfindet. Fest stehen nach der Ankündigung der kostenlose Eintritt, der Veranstaltungsort und die angekündigten Uhrzeiten.
Jugendliche besuchen die Gedenkstätte Hinzert
Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht eine luxemburgische Schülergruppe. Die Kamera begleitet die Jugendlichen bei der Besichtigung der heutigen Gedenkstätte Hinzert und geht der Frage nach, wie sie den Verbrechen der Vergangenheit begegnen. Außerdem wird thematisiert, welche Lehren die Gruppe aus der Geschichte zieht.
Hinzert ist ein Dorf im Hunsrück, rund 20 Kilometer südöstlich von Trier. Abseits der Ortschaft befand sich während der nationalsozialistischen Diktatur ein Konzentrationslager. In dem Lager kam es auch zu Massenexekutionen. Der Film ordnet diesen historischen Ort nicht nur über den Besuch der Jugendlichen ein, sondern verbindet die Beobachtungen mit Gesprächen über die Geschichte des Lagers.
In die filmische Begleitung sind Interviews mit Historikern und Zeitzeugen eingebettet. Unter den Gesprächspartnern ist nach Angaben der Ankündigung auch einer der letzten Überlebenden des KZ Hinzert. Der Dokumentarfilm beschäftigt sich zudem mit den Besonderheiten des Lagers: Obwohl Hinzert vergleichsweise klein war, verfügte es über Merkmale, die es im deutschen Konzentrationslagersystem einzigartig machten.
Historische Verbindung nach Mannheim
Die Filmvorführung hat auch einen Bezug zur Region Ludwigshafen und Mannheim. Das ehemalige Lager Hinzert liegt laut Ankündigung knapp 150 Kilometer von Ludwigshafen und Mannheim entfernt. Zugleich bestand eine direkte Verbindung zum regionalen Lagersystem: Das frühere Konzentrationslager in Mannheim-Sandhofen war als Außenlager des Lagers Hinzert eingegliedert.
Die dort inhaftierten Menschen wurden unter schrecklichen Bedingungen zur Zwangsarbeit gezwungen. Zu den genannten Einsatzorten gehörte unter anderem das Daimler-Benz-Werk. Damit verweist der Film nicht nur auf die Geschichte eines Gedenkortes im Hunsrück, sondern auch auf die Verbindungen zwischen nationalsozialistischen Lagern und Orten in der näheren Region.
Gespräch nach der Vorführung
Nach dem Film soll es die Möglichkeit geben, mit einem Mitarbeiter des Fördervereins Gedenkstätte Hinzert e. V. sowie einem Vorstandsmitglied zu sprechen. Der Austausch bietet Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit, Fragen zur Gedenkstätte, zur historischen Aufarbeitung und zur Arbeit des Vereins zu stellen.
Der Förderverein engagiert sich nach Angaben der Naturfreundejugend seit mehr als 30 Jahren gegen das Vergessen an diesem Ort. Außerdem erreichte der Verein die Errichtung der heutigen Gedenkstätte. Die Veranstaltung in der betonbLUme verbindet damit eine Filmvorführung über historische Erfahrungen mit einem anschließenden Gespräch über Erinnerung und Gedenkarbeit.
Ort: betonbLUme, Hartmannstraße 45, Ludwigshafen
Einlass: ab 18 Uhr
Filmbeginn: voraussichtlich ab 18.30 Uhr
Eintritt: kostenfrei
Wichtig: In der veröffentlichten Ankündigung fehlt ein konkreter Veranstaltungstag.